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Newsletter der Seniorenvertretung
Tempelhof-Schöneberg 04/2020

Stabwechsel und Rückbauverpflichtung


Stabwechsel im Bezirksamt / Eleni Werth-Mavridou / Rückbauverpflichtung / Berlin immer internationaler / Gehwegschäden / Sitzungen und Sprechstunden der Seniorenvertretung / Zum Abschluss

Stabwechsel im Bezirksamt


Jutta Kaddatz (links) und Heidi Kloor, die Vorsitzende der Seniorenvertretung - letzter Gedankenaustausch mit der Seniorenvertretung © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg


Die Seniorenarbeit in der Bezirksverwaltung und die Unterstützung der Arbeit der Seniorenvertretung liegen in der Fachverantwortung der Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Soziales. Bis zu ihrem 67. Geburtstag im Januar war das die Stadträtin Jutta Kaddatz, die mit diesem persönlichen Feiertag das Amt aufgab, um sich u.a. ihren Enkeln und anderen Aufgaben zu widmen. Jutta Kaddatz kam am 27. Februar zu einem letzten Gedankenaustausch auf der monatlichen Sitzung mit der Seniorenvertretung zusammen. Sie betonte, dass sie sehr gerne mit der Seniorenvertretung aber auch mit der bezirklichen Seniorenarbeit zusammengearbeitet hat und dankte den Seniorenvertreter*innen und den Mitarbeiter*innen für die angenehme Zusammenarbeit.
Der Seniorenvertretung bescheinigte sie, in ihrer Arbeit "auf einem guten Weg zu sein". Die Kulturarbeit 60+ habe ihr speziell am Herzen gelegen und sie hoffe, in diesem Bereich einiges nachhaltig auf den Weg gebracht zu haben.
Im Gegenzug bedankte sich die Seniorenvertretung bei Jutta Kaddatz ihrerseits für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und das offene Ohr im Bezirksamt.


Matthias Steuckardt - neuer Bezirksstadtrat für Bildung, Kultur, Soziales - bei der Vereidigung durch den Bezirksverordnetenvorsteher Stefan Böltes  © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg

Jutta Kaddatz wird durch den bisherigen Fraktionsvorsitzenden der CDU in der Bezirksverordnetenversammlung, Matthias Steuckardt (40 Jahre), ersetzt. Als Ausschussvorsitzender für Frauen-, Queer- und Inklusionspolitik und Sprecher der CDU für Bildung, Kultur und Bibliotheken liegen ihm einige Thematiken seiner Arbeit als Bezirksstadtrat keineswegs fern. Darüber hinaus verspricht er in einem Interview für den Tagesspiegel-Newsletter für Tempelhof-Schöneberg "viel vor Ort sein, beispielsweise in unseren Seniorenfreizeitstätten, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen". Außerdem sieht er Tempelhof-Schöneberg "auf dem besten Wege wieder der Kulturbezirk Berlins zu werden". Bei der kulturellen Vielfalt, die Berlin insgesamt bietet, eine mutige, nichtsdestotrotz erfreuliche Ansage.

Die Seniorenvertretung schaut der Zusammenarbeit nach dem Stabwechsel im Amt mit Spannung entgegen.

Eleni Werth-Mavridou

"Von vielen Leuten wurde ich abgelehnt. Dann hab ich gesagt: Denen zeig ich's"

Eleni Werth-Mavridou © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg

Eleni Werth-Mavridou, geboren in Griechenland, ist 1969 nach Deutschland gekommen. Seit 1973 lebt sie in Berlin. Sie steht damit für die immer größer werdende Gruppe der ersten Einwanderergeneration, die mit einen eigenen Kulturhintergrund als Teil von uns allen nach ihrem Arbeitsleben alt werden. Sich zu Hause fühlen in beiden Kulturen - der griechischen wie der deutschen - war der Leitgedanke auch bei der Erziehung ihres Sohnes. 2017 wurde sie in die Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg gewählt und ist Ansprechpartnerin vor allem für griechische Migrant*innen, weit über den Bezirk hinaus. Rat und Hilfe wird beim Behördengang oder in sozialen Notlagen angefragt. Besonders auch bei Trauerfällen, in denen Eleni Werth an ihre berufliche Tätigkeit als Kauffrau in einem Bestattungsunternehmen anknüpfen kann. Auf ihre Initiative geht auch die Einrichtung des Griechisch-Orthodoxen-Friedhofs Die Auferstehung in der Eisenacher Str. 62 in Berlin-Tempelhof zurück. 
Auf Vorschlag des Kompetenzzentrum Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe kom•zen wurde Eleni Werth 2011 mit der Berliner Ehrennadel ausgezeichnet. Das vielfältige ehrenamtliche Engegagement von Eleni Werth wird auf den Seiten des kom•zen ausführlich gewürdigt → Berliner Ehrennadel für Eleni Werth.

Eleni Werth mit dem Koch Ioannis in einem Portrait der rbb-Abendschau.


2018 wurde die Arbeit von Eleni Werth in der Abendschau des rbb gewürdigt. Der kurze Film zeigt u.a. eine typische Beratungssituation, ihre zupackende Art und wie wichtig die interkulturelle Vernetzung nicht nur für die Beratenen sondern auch für die Verwaltung ist. Die zunehmende Anzahl älterer Migrant*innen ruft nach einer weiteren Öffnung der Gesellschaft.


Rückbauverpflichtung

Drei Monate ohne Abhilfe: "Man fühlt sich als Gefangener im eigenen Haus" © Tagesspiegel 5.5.2019 "Barrierefreies Wohnen" Foto: Kai-Uwe Henrich

Es müssen nicht einmal so unhaltbare Situationen wie im Tagesspiegel-Bericht aus dem letzten Jahr sein, um zu erkennen, dass die Frage barrierfreier Wohnungen mit all ihren Aspekten eine immer größere Bedeutung in Berlin erhält. Jüngeren Zugezogenen stehen immer mehr ältere Berliner gegenüber.
Die Wohnungsfrage - als Frage nach barrierefreien Wohnungen - beschäftigte den 10. Sozialgipfel im November und nun auch die Seniorenvertretung in ihrer Februarsitzung. In Tempelhof renoviert und modernisiert die Deutsche Wohnen umfangreich Wohnungen und baut Balkontüren mit behindernden Schwellen ein, die für die Bewohner*innen den Balkon nicht mehr erreichbar machen. Die Degewo erklärt sich den Mieter*innen gegenüber bereit, den selbst bezahlten Umbau des Bades vom Wannenbad zur Dusche zu akzeptieren. Allerdings nicht, ohne die Mieter*innen auf eine Rückbauverpflichtung bei Auszug hinzuweisen. Mit persönlichem Einsatz konnte Eleni Werth erreichen, dass bei einem Auszug vom Vermieter der Rückbau von Türverbreiterungen von einer griechischstämmigen Familie nicht verlangt wurde. Im Übrigen waren die Nachmieter über die größere Bequemlichkeit der Türen hocherfreut.
Es gibt kein Kataster, in dem barrierefrei ausgebaute Wohungen festgehalten sind. Es ist schlicht unbekannt, wie viele es davon gibt und wie viele dem Markt zur Verfügung stehen. Das liegt auch daran, dass barrierfrei ausgebaute Wohnungen nach dem Auszug vermietet werden, ohne dass die Barrierefreiheit für die neuen Mieter bei Einzug eine Rolle gespielt hätte. Einige der barrierefreien Wohnungen verschwinden also wieder vom Markt. Bei der Erhebung des Bestands müsste dringend Abhilfe geschaffen werden.
Auch die bestehende Rückbauverpflichtung ist ein absolutes Ärgernis, nicht nur für die Mieter*innen, sondern für die ganze Gesellschaft. Erschwerend bei der Lösung dieser Probleme des lokalen Mietmarktes kommt hinzu, dass sich Mietrechtsfragen vermutlich nur durch Bundesgesetze regeln lassen.
Die Seniorenvertretung hat beraten, wie der Schulterschluss mit den Sozialverbänden, Architektenkammern und Sozialpolitikern erreicht werden kann, um bundespolitisch etwas zu bewegen.



Berlin immer internationaler


Mehr als ein Drittel aller Berliner*innen hat einen Migrationshintergrund. Stand 31. Dezember 2019  © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg mit Daten aus des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg

Vor zehn Jahren, Ende 2009, hatten rund 25% der Einwohner*innen von Berlin einen Migrationshintergrund; waren also entweder ausländischer Herkunft oder Nationalität. Jedes Jahr ist etwa ein Prozentpunkt hinzugekommen; Ende 2019 waren es 35%.
Über die Bezirke sind die Einwohner*innen mit Migrationshintergrund unterschiedlich verteilt (Anteil in Mitte 54%, Neukölln 47%, Treptow-Köpenick 17%). Tempelhof-Schöneberg liegt mit 38% auf einem mittleren Wert. Aber auch hier ist die Verteilung nicht gleich. Das zeigt schon die Häufung des Anteils in den einfachen Wohnlagen mit 47%, während es in den besseren Wohnlagen deutlich weniger sind.
Von den 60.869 Einwohner*innen mit Migrationshintergrund in Tempelhof-Schöneberg kommt ein Viertel (15.528) aus der EU, davon wiederum die Hälfte aus Polen oder ist polnischer Herkunft (7.658). Große Gruppen bilden Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion mit 6.517 und der Türkei mit 10.668. Darüber hinaus kommen die Berliner*innen "von überall her".

 
Gehwegschäden


Die Häufung der Schilder, die auf Gehwegschäden hinweisen, hat Unbekannte in Friedenau veranlasst nach Gründen zu suchen. Ist die Ursache in Behördenschäden zu finden? © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg

Gehwegschäden. Der Fachverband Fuss e.V. fordert im Zusammenhang mit dem aktuell zur Verabschiedung stehenden Fussteil des Mobilitätsgesetzes: "Schilder, die auf Gehwegschäden hinweisen, entbinden das verantwortliche Amt maximal zwölf Monate nach Inkrafttreten dieses Gesetzes oder erster Anbringung von der Haftung." Oft scheint der Grund für die Behörden zu sein, sich von einer Schuld zu entlasten, falls Stolperfallen o.ä. zu Unfällen führen. Schnell ist ein Schild als Dauerprovisorium fest angebracht und wird dann vergessen; genauso wie das Ausbessern der Gehwege.
Die Seniorenvertretung hat die flächendeckend aufgestellten Schilder in einem Teil Friedenau exemplarisch fotografiert, dokumentiert und daraus eine interaktive Karte erstellt. Der Fuss e.V. hatte die Initiative der Seniorenvertretung aufgegriffen und in der Vierteljahreszeitschrift mobilogisch! 4/19 mit dem oben gezeigten Foto in ihren Meldungsspalten 'Fort-Schritt' darüber berichtet.


Allein im südwestlichen Teil von Friedenau finden sich 120 Schilder, die auf Gehwegschäden hinweisen. Die interaktive Karte wurde für die Seniorenvertretung von Wolfgang Pohl erstellt. © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg

Schon im September letzten Jahres hatte der Tagesspiegel Checkpoint am 13.9. darüber berichtet und das Bezirksamt direkt angefragt: "Nachfrage beim Bezirksamt mit einer, zugegeben, verrückten Idee: Wäre es nicht einfacher, die Schäden zu beseitigen, anstatt überall diese Schilder aufzustellen? Prompte Antwort: Die Schäden sind die Folge jahrelanger Sparpolitik in Berlin: 'Durch Unterfinanzierung sowie personelle Unterausstattung der zuständigen Fachbereiche kam es im Laufe der Jahre zu einem Sanierungsstau, der jetzt erst nach und nach abgearbeitet werden kann.'" (Checkpoint-Leser können die Meldung aufrufen → Friedenau hat einen Schaden).
Seit September ist 'natürlich' nichts weiter passiert. Deshalb unterstützt die Seniorenvertretung die Forderung des Fuss e.V. nachdrücklich: Nach einem Jahr müssen Schild und Schäden beseitigt sein!


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Die Sitzungen der Seniorenvertretung finden öffentlich statt.
In der Regel treffen wir uns am 4. Donnerstag eines jeden Monats um 10 Uhr in der Seniorenfreizeitstätte Rudolf-Wissell-Haus, Alt-Mariendorf 24-26. Die Tagungsstätte ist über den U-Bahnhof Alt-Mariendorf (U 6) bzw. die Busse 181 und M76 zu erreichen. Die nächste Sitzung findet am 26. März um 10 Uhr statt.

Sprechstunden der Seniorenvertretung
Rathaus Tempelhof, Raum 97a (Erdgeschoß)
1. Dienstag im Monat, 14 - 16 Uhr
Rathaus Schöneberg, Raum beim Pförtner erfragen
3. Dienstag im Monat, 10 - 12 Uhr
Gemeinschaftshaus Lichtenrade, Barnetstraße 11
2. Montag im Monat, 13 - 15 Uhr


Newsletter der Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg
Wir freuen uns über eine Bekanntmachung oder Weiterleitung des Newsletters. Wer den Newsletter bestellen will, kann das → hier tun. Es öffnet sich ein Formular, in das die eMail-Adresse eintragen wird. Danach muss nur noch ein Bestätigungslink aktiviert werden.
Frühere Newsletter finden sich → hier.
Sie wollen unseren Newsletter verbessern oder Sie haben Anregungen? Schreiben Sie uns: sv-ts@gmx.de



Ausgewählte Veranstaltungshinweise
Plötzlich Krank! Informationsnachmittag. Geriatrisch-Gerontopsychiatrischer Verbund Schöneberg. 4. März, Huzur, 14-16 Uhr.
Frauenmärz 2020 in Tempelhof-Schöneberg. Metropole Berlin - Stadt der Frauen. Im ganzen März, diverse Zeiten und Veranstaltungsorte.

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Zum Abschluss:


Mädchen-Eingang an der Luise-und-Wilhelm-Teske-Schule in Schöneberg © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg


Old School. Alte Inschriften an den oft über hundert Jahre alten Bauten Berlins werden kaum noch wahrgenommen. Und doch finden sich dort einige Schätze. So die Geschlechter-getrennten Eingänge für Jungen und Mädchen an der Luise-und-Wilhelm-Teske-Schule in Schöneberg, die vormalige Fritz-Haber-Schule, deren Gründung auf 1908 zurückgeht. Nach Faschismus, der die Geschlechtertrennung betonte, und 2. Weltkrieg wurde die Koedukation am 1. Juli 1948 in Groß-Berlin per Schulgesetz eingeführt und sukzessive umgesetzt. Die Hinweise auf die getrennten Eingänge sind dann in den Dornröschenschlaf verfallen.

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.

 

Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg
Tempelhofer Damm 165
12099 Berlin
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