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Newsletter der Seniorenvertretung
Tempelhof-Schöneberg 06/2020

Corona, Karoline und Gut zu Fuß


Zwangsisolation für Ältere über 70 Jahre? / Karoline Dimroth / Nützliche Links und Telefonnummern / Coronavirus und Alter / Gut zu Fuß - noch nicht / keine Sitzungen und Sprechstunden der Seniorenvertretung / Zum Abschluss

Zwangsisolation für Ältere über 70 Jahre?

Diskussionen in der Corona-Krise - Stellungnahme der Seniorenvertretung


Bring Corona nicht zur Oma - die Berliner Kreativwirtschaft mit ganz neuen Aufgabenfeldern © Oliver Feldhaus


In der Coronakrise mehren sich die Stimmen, die über Ausstiegsstrategien der aktuellen Ausgangsbeschränkungen diskutieren. Bei der Rückkehr zur Normalität sei es denkbar, "dass man Ältere bitten werde, über mehrere Monate zu Hause zu bleiben" (so die Süddeutsche Zeitung vom 27. März). Deutlich einfordernder spricht der Tagesspiegel am 26. März sogar von einer Zwangsisolation von Älteren über 70 Jahren.

Die Seniorenvertretung sieht die Diskussion mit großer Sorge und hat deshalb eine Stellungnahme dazu verfasst, in der sie eine differenzierte und wertschätzende gesellschaftliche Debatte fordert:

→ Stellungnahme der Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg zur Zwangsisolation für Ältere über 70 Jahre

Karoline Dimroth

Einsatz für die, die von der Gesellschaft gerne geduzt werden


Karoline Dimroth - Seniorenvertreterin seit 2017 © synopsisfilm

Ein Leben lang ehrenamtlicher Einsatz - so die kurze Zusammenfassung vieler früherer Aktivitäten von Karoline Dimroth neben Beruf und Familie. Die Gründung eines integrativen Kindergartens, Sprachförderung für türkische Migrantenkinder, Laienrichterin und die Übernahme einer Vormundschaft gehörten dazu, vieles davon im hessischen Alsfeld, wohin es die geborene Berlinerin verschlagen hatte. Seit 2004 zurück in Berlin. Und nun eben Seniorenvertretung. Motto: Bezirksstadträte wissen nicht alles - sie brauchen eine Organisation, die ihnen sagt, wo etwas im Argen liegt und übersehen wurde. Die Senior*innen vertritt Karoline Dimroth im Ausschuss für Gesundheit.

In der Kleiderkammer bei der Betreuung von geflüchteten Frauen im Rathaus Friedenau  © synopsisfilm

Einmal wöchentlich betreut sie die Kleiderkammer in der Notunterkunft Rathaus Friedenau, in dem nach dem Umbau während der Flüchtlingskrise 2015 geflüchtete Frauen Platz gefunden haben. Körperlich fit hält sie sich mit anspruchsvoller Bewegungsgymnastik in der Seniorenfreizeitstätte Stierstraße in Friedenau und durch den von ihr heiß geliebten Schrebergarten im Grunewald. Zur geistigen Fitness trägt das Studienprogramm BANA der TU-Berlin bei (Berliner Modell: Ausbildung für nachberufliche Aktivitäten), in dem sie den Themenbereich "Gesundheit und Ernährung" belegt hat.
Eine ausführliche Darstellung der ehrenamtlichen Tätigkeit von Karoline Dimroth ist im Katalog zur Ausstellung "Alterscoolness 70+" erschienen. 2017 wurden dafür zwanzig Berliner Ehrenamtliche porträtiert und in verschiedenen Stadtteilzentren, 2017 im Rathaus Schöneberg und 2018 im Rathaus Tempelhof gezeigt. Karoline D. wird im Katalog auf den Seiten 29 - 31 unter dem Titel "Ich kümmere mich um die, die von der Gesellschaft so gerne geduzt werden" vorgestellt. → Katalog "Alterscoolness 70+".

Alterscoolness 70+

Katalog zur Ausstellung Alterscoolness 70+. Zwanzig ältere Ehrenamtliche aus den verschiedensten Bereichen des Gemeinwesens in der großen Stadt im Porträt  © synopsisfilm

Nützliche Links und Telefonnummern


Wir haben einige Links zusammengestellt, die in der Zeit der Coronakrise nützlich sein können. Einige wichtige Telefonnummern für den direkten Kontakt sind auch aufgeführt. Wir werden die Liste in den nächsten Newslettern ergänzen und bitten um Hinweise.

Corona:
Berliner Verwaltung – Zentrale Informationen zur Coronakrise in Berlin
Berliner Verwaltung – mehrsprachige Hinweise zum Infektionsschutz
Bezirk Tempelhof-Schöneberg – Pressemitteilungen, Mitteilungen aus der Verwaltung
Berliner Stadtteilzentren – Beratungsangebote und aktuelle Hinweise zur Corona-Prävention
Bundesgesundheitsministerium – Informationen zu Corona 


Nachbarschaftshilfe:
Bürger aktiv Engagementportal - Nachbarschaftshilfe 
Coronahilfe von nebenan.de - Vermittlungsportal

Kulturelle Angebote:
Berliner Philharmoniker – Digital Concert Hall
Schaubühne – Online Ersatz-Spielplan
Berlin alive – Kultur-Streaming-Angebote
Berliner Bibliotheken – Digitale Angebote 

Telefonnummern:
0800 4 70 80 90 – Silbernetz Hotline – Gemeinsam gegen Einsamkeit im Alter
0800 111 0 111 – Telefonseelsorge
030 90277-3258 – Sammelnummer für alle Anfragen an die Seniorenarbeit im Bezirk Tempelhof-Schöneberg
030 88 72 77 842 – Berliner Morgenpost zwischen 8 und 16 Uhr, Vermittlung von Hilfeersuchen und Angeboten
030 85 99 51 225 – Kontaktstelle Ehrenamt rund um die häusliche Pflege Nachbarschaftsheim Schöneberg, wochentags
030 75 50 31 46 – Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum in der Ufa-Fabrik



Coronavirus und Alter


Es sind vor allem ältere Menschen und deutlich mehr Männer als Frauen, die durch und mit dem Coronavirus sterben © epicentro.iss.it

Positiv getestete Menschen gibt es in allen Altersgruppen. Die meisten von ihnen sind jünger als 60 Jahre, zumindest in Deutschland. Allerdings gibt es - nicht nur den hier gezeigten italienischen Zahlen zufolge - eindeutige Hinweise, dass sich die meisten Verstorbenen in den Altersgruppen über 60 Jahre, vor allem über 70 Jahre befinden. Hinzu kommt, dass sich wesentlich mehr Männer als Frauen unter den Gestorbenen befinden. Und fast alle hatten mindestens eine Vorerkrankung.
Die Wucht dieser Zahlen spricht dafür, hier von Hochrisikogruppen zu sprechen. Damit ist aber noch nicht geklärt, wie darauf reagiert werden soll oder kann. Einige regen eine zweifelhafte Zwangsquarantäne an. Andere weisen eher darauf hin, besonders und unverzüglich die Bedingungen in den Seniorenheimen zu verbessern.

 
Gut zu Fuß - noch nicht





Berliner Verhältnisse. Abstufung der Wertschätzung in der autogerechten Stadt am Beispiel der Straße Am Schlachtensee in Zehlendorf - Auto: es rollt, Fahrrad: nicht super, aber geht noch, Fußgänger: geht nicht (für Ältere und Rollatoren) © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg

Auch wenn der Coronavirus zur Zeit das alles beherrschende Thema ist, möchten wir im Newsletter auch die Themen zur Geltung kommen lassen, die uns am Herzen liegen und die wir voranbringen wollen. Im Abgeordnetenhaus steht das Berliner Mobilitätsgesetz erneut auf der Tagesordnung. Nachdem im ersten Schritt neben dem allgemeinen Teil vor allem der öffentliche Nahverkehr und der Fahrradverkehr im Fokus standen, ist es jetzt der Teil Fußverkehr. Und zu dessen Verbesserung gibt es auf Grund der Berliner Verhältnisse, die den Fußverkehr seit Jahrzehnten vernachlässigt haben, einiges zu tun.

Im Verkehrsausschuss des Bezirks wollen wir verstärkt auf solche Mängel hinweisen, die für die zu Fuß Gehenden, für die, die mit dem Rollator unterwegs sind und für die Geh- und Sehbehinderten behindernd sind. In der letzten Sitzung vom 24. Februar ist etwa die Flächengerechtigkeit am Beispiel der Bundesallee thematisiert worden. Die Ränder der vierspurigen Straße werden durch querparkende Autos auf beiden Seiten verengt. Dem Gehweg wird durch Fahrradwege auf beiden Seiten weiterer Raum entzogen. Der Rest-Gehweg wird noch durch Kundenstopper und Fahrradständer zusätzlich so verengt, dass kaum 1m als Durchgang bleibt. Eltern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer*innen können einander nicht begegnen. Als Sofortmaßnahme hat die Seniorenvertretung gefordert, dass wenigstens die Fahrradständer verlegt werden. Wir wollen, dass einige der Parkplätze mit Fahrradbügeln bestückt werden.

Bundesallee

Flächen(un)gerechtigkeit am Beispiel der Bundesallee. Eine vierspurige Straße mit 2 querparkenden Autoreihen, Fahrradwege auf dem Gehweg, Kundenstopper und Fahrradständer - die Fußgänger*innen sind nur noch Restgröße © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg

Auch in den Parks des Bezirks ist man nicht immer gut zu Fuß. In einer Mail an das Bezirksamt, die auch die Fraktionen der BVV erhalten haben, hat die Seniorenvertretung auf die riesigen Wasserpfützen im Rudolph-Wilde-Park beim Goldenen Hirsch hingewiesen, die nach etwas ausgiebigeren Regenfällen entstehen und tagelang verhindern, dass der Park trockenen Fußes begangen werden kann.

Pfützen im Rudolph-Wilde-Park

Wasserpfützen beim Goldenen Hirsch - der Rand der Abflussrinne ist der höchste Punkt © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg

Der Rand der Abflussrinne ist der höchste Punkt. Das kann man so machen - fachgerecht ist es nicht. Das Grünflächenamt hat eine Prüfung zugesagt, ob der Fall als Investionsmaßnahme für die nächsten Jahre angemeldet werden kann. Das scheint eher eine Beerdigung zweiter Klasse zu sein als eine echte Zusage, dass sich etwas ändert - wir werden dranbleiben!
Und wir werden weitere Fragen angehen, wie zum Beispiel für Fußgänger unzureichende Ampelschaltungen. Gerne gehen wir auch Hinweisen nach, die an uns herangetragen werden.


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Die Sitzungen der Seniorenvertretung
In der Regel treffen wir uns am 4. Donnerstag eines jeden Monats. Bis auf weiteres sind die öffentlichen Sitzungen der Seniorenvertretung ausgesetzt.

Sprechstunden der Seniorenvertretung
Die Sprechstunden der Seniorenvertretung sind bis auf weiteres ausgesetzt.
Wer Fragen hat oder Beratung braucht, meldet sich bitte per eMail seniorenvertretung@ba-ts.berlin.de oder meldet sich beim Anrufbeantworter der Seniorenvertretung 030 90 277 - 68 48. Wir versuchen, zeitnah Rücksprache zu nehmen.


Newsletter der Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg
Wir freuen uns über eine Bekanntmachung oder Weiterleitung des Newsletters. Wer den Newsletter bestellen will, kann das → hier tun. Es öffnet sich ein Formular, in das die eMail-Adresse eintragen wird. Danach muss nur noch ein Bestätigungslink aktiviert werden.
Frühere Newsletter finden sich → hier.
Sie wollen unseren Newsletter verbessern oder Sie haben Anregungen? Schreiben Sie uns: sv-ts@gmx.de



Ausgewählte Veranstaltungshinweise
Die diesjährige Berliner Seniorenwoche wird vom 25. September 2020 bis zum 2. Oktober 2020 unter dem Titel "Digitalisierung im Alter – Chancen und Herausforderungen" stattfinden.

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Zum Abschluss:


Balkon an der Friedrich-Bergius-Schule in Friedenau am Perelsplatz © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg


Nürnberger Trichter. "Es fällt kein Meister vom Himmel". Und weil das so ist, haben die Baumeister der Friedrich-Bergius-Schule gleich für Abhilfe gesorgt und einen Nürnberger Trichter in die Balkonbalustrade der Schule eingearbeitet. Aber ob der je einem der Schüler oder Schülerinnen geholfen hat?
Mehr zu den vielen kleinen Besonderheiten der Fassade und der Eingänge, zu den Schülern der Schule (u.a. Egon Bahr und Karl Eduard von Schnitzler) erzählt der damalige Schulleiter Michael Rudolph in einem Vorabrundgang zum Tag des Denkmals 2017.

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.

 

Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg
Tempelhofer Damm 165
12099 Berlin
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