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Newsletter der Seniorenvertretung
Tempelhof-Schöneberg 07/2020

Die Alten und das Digitale


Achter Altersbericht - und was macht der Bezirk? / Corona wird die Arbeit der Seniorenvertretung verändern / Helmut König / Nützliche Links und Telefonnummern / Dreiklang - Zurückhaltung, Bewegung und soziale Kontakte / Lange überfällig - handhabbare digitale Technologien / Keine Sitzungen und Sprechstunden der Seniorenvertretung / Zum Abschluss

Achter Altersbericht - und was macht der Bezirk?

Ältere Menschen und Digitalisierung


Seit Jahren gefordert - Freies WLAN in den Seniorenfreizeitstätten - weiter keine Verbindung


Der Achte Altersbericht der Bundesregierung ist der Ministerin Giffey im Januar von den beauftragten Wissenschaftler*innen übergeben worden. Sein Thema ist: Ältere Menschen und Digitalisierung. Die Bundesregierung erarbeitet zurzeit eine Stellungnahme, die dem Bericht üblicherweise vorangestellt wird. Danach wird er veröffentlicht.
Im September 2019 fand im Vorfeld der Fertigstellung des Altersberichts eine Fachtagung der Altersberichtskommission gemeinsam mit der BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V.) statt. Die Sicht der älteren Menschen trug Heidrun Mollenkopf für die BAGSO mit einer Präsentation vor. Darin fordert sie u.a.: Freies WLAN muss flächenendeckend erreichbar und für alle Menschen, auch in gemeinschaftlichen Wohnformen, verfügbar sein.

Obwohl der Bericht die Thematik der Digitalisierung für den älteren Teil der Bevölkerung umfassend ausleuchten wird, lassen sich einige der Feststellungen schon heute abschätzen. Den Kommunen, entsprechend den Bezirken in Berlin, kommt besonderes Gewicht zu. Zum Beispiel in der Bereitstellung von Free WiFi (sprich Freies WLAN). Hier zeigt sich, dass der Bezirk seit Jahren im Verzug ist.
2016 wurde für die Seniorenfreizeitstätten die Einrichtung von Free WiFi beantragt. Im Februar 2019 hat die Seniorenvertretung gegenüber dem zuständigen Bezirksstadtrat Oltmann die fehlende Umsetzung reklamiert. Im März und Juni erhielten wir hinhaltende Mails vom Bezirksamt mit dem Hinweis, man bemühe sich beim Senat um eine Finanzierung und lasse die Frage der sogenannten Störerhaftung klären. Die Frage der Störerhaftung - so viel sei dazu bemerkt - hatte sich schon im Oktober 2017 erledigt.
Mündlich hatte Herr Oltmann im Ausschuss Facility-Management mitgeteilt, "dass die Seniorenfreizeitstätten und Jugendfreizeiteinrichtungen in diesem Jahr die ersten öffentlichen Gebäude wären, die WLAN erhalten sollen" (so ein Sitzungsteilnehmer in einer Mail an die Seniorenvertretung). Bis jetzt, April 2020, ist in dieser Frage nichts passiert.

Corona wird die Arbeit der Seniorenvertretung noch einmal mehr verändern

Seniorenvertretung im Zeichen von Corona © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg

Schon vor der Corona-Krise hat die Seniorenvertretung anders gearbeitet als sie 2006 bei der Verabschiedung des Seniorenmitwirkungsgesetzes konzipiert war. Das war fast noch die Zeit von Papier, Bleistift und Briefmarke. Vieles würde heute ohne digitale Medien wie e-Mail-Nachrichten nicht oder nur schwerfällig funktionieren. Dazu gehören die Kommunikation untereinander, Einladungen in Ausschüsse oder viele PDF-Dateien, die großzügig gestreut werden können ebenso wie Anfragen an die Seniorenvertretung.
Jetzt in der Corona-Krise wäre die Seniorenvertretung ohne die privat eingesetzten elektronischen Geräte völlig handlungsunfähig.
Das wird nicht ohne Folgen bleiben können. Für ähnliche Fälle und für den Kommunikationsalltag in der Zukunft braucht es neue, sichere und verlässliche Formen der digitalen Kommunikation untereinander und mit denen, die die Seniorenvertretung vertritt.
Es braucht Geräte, angemessene Software, Seminare und Erprobung der digitalen Strukturen.


Helmut König

Ohne Moos nichts los


Helmut König - Seniorenvertreter seit 2017 - auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz in Friedenau vor der Senioren-Büchertauschbörse © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg

Helmut König ist seit 2017 Seniorenvertreter in Tempelhof-Schöneberg. Er ist noch als Steuerberater aktiv, hat aber für die Übergangsphase in die Rente eine ehrenamtliche Tätigkeit gesucht, die mit seiner beruflichen Arbeit vereinbar ist. Bei der Beschäftigung mit Zahlen lag es nahe, dass ihm der Bereich Finanzen im Vorstand der Seniorenvertretung überantwortet wurde. Er bietet regelmäßig im Rathaus Tempelhof Sprechstunden an, in denen Nachfragen und Nöte zur Sprache kommen. Zurzeit sind diese Sprechstunden wegen der Corona-Krise allerdings ausgesetzt. Daneben vertritt er die Seniorenvertretung auch im Hauptausschuss und im Wirtschaftsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV).

Die Stellung und Ausstattung der Seniorenvertretungen in Berlin ist - anders als angenommen werden könnte - in den Bezirken sehr unterschiedlich geregelt. Einen Überblick der unterschiedlichen Regelungen gibt die Antwort auf die parlamentarische Anfrage im Abgeordnetenhaus vom März: Ausstattung und Arbeit der bezirklichen Seniorenvertretungen. In einigen Bezirken kommt der Seniorenvertretung - anders als in Tempelhof-Schöneberg - erkennbar nicht die Stellung zu, die vom Seniorenmitwirkungsgesetz intendiert ist.
In einigen Bezirken ist die Seniorenvertretung deutlich schlechter, in anderen aber auch besser ausgestattet als in Tempelhof-Schöneberg. Die Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg verfügt über ein Büro im Rathaus Tempelhof und wird personell durch die Seniorenarbeit im Bezirksamt unterstützt. Die darüber hinaus gehende finanzielle Unterstützung in Höhe von 4.900 € wird vorrangig für Öffentlichkeitsarbeit genutzt und von Helmut König verwaltet.


Nützliche Links und Telefonnummern


Wir haben einige Links zusammengestellt, die in der Zeit der Corona-Krise nützlich sein können. Einige wichtige Telefonnummern für den direkten Kontakt sind auch aufgeführt. Wir werden die Liste in den nächsten Newslettern ergänzen und bitten um Hinweise.

Corona:
Berliner Verwaltung – Zentrale Informationen zur Coronakrise in Berlin
Berliner Verwaltung – mehrsprachige Hinweise zum Infektionsschutz
Bezirk Tempelhof-Schöneberg – Pressemitteilungen, Mitteilungen aus der Verwaltung
Berliner Stadtteilzentren – Beratungsangebote und aktuelle Hinweise zur Corona-Prävention
Bundesgesundheitsministerium – Informationen zu Corona 


Nachbarschaftshilfe:
Bürger aktiv Engagementportal - Nachbarschaftshilfe 
Corona-Hilfe von nebenan.de - Vermittlungsportal

Kulturelle Angebote:
Livestreams und Online Events - Hauptstadtportal Berlin.de
Berliner Philharmoniker – Digital Concert Hall
Schaubühne – Online Ersatz-Spielplan
Berlin alive – Kultur-Streaming-Angebote
Berliner Bibliotheken – Digitale Angebote 


weitere Telefonnummern:
030 90277-3258 – Sammelnummer für alle Anfragen an die Seniorenarbeit im Bezirk Tempelhof-Schöneberg
030 88 72 77 842 – Berliner Morgenpost zwischen 8 und 16 Uhr, Vermittlung von Hilfeersuchen und Angeboten
030 85 99 51 225 – Kontaktstelle Ehrenamt rund um die häusliche Pflege Nachbarschaftsheim Schöneberg, wochentags
030 75 50 31 46 – Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum in der Ufa-Fabrik



Dreiklang - Zurückhaltung, Bewegung und soziale Kontakte
Corona und soziale Isolation?


Einsamkeit älterer Menschen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Merkwürdig, dass in Zeiten von Corona einige auf die Idee kommen, die Alten zu isolieren. Die Folgen wären fatal

"Einsamkeit ist ein vielschichtiges Phänomen mit unterschiedlichsten Ursachen. Vor allem ältere Menschen sind betroffen und brauchen Unterstützung. Ergebnisse des Deutschen Altersurveys zeigen: Das Risiko für Einsamkeit im Alter hat in den letzten Jahrzehnten nicht zugenommen. Nur wenige Menschen im mittleren und hohen Alter fühlen sich einsam. Erst im sehr hohen Alter kommt es zu einem Anstieg der Einsamkeit, bei Frauen etwas stärker als bei Männern.
Insbesondere bei Älteren über 80 Jahren besteht ein deutlich höheres Risiko einer sozialen Isolation, wenn multiple Problemlagen dazu kommen, die Einsamkeit und soziale Isolation begünstigen oder auslösen können. Dazu gehören zum Beispiel Schicksalsschläge, Erkrankungen, abnehmende körperliche Mobilität, mangelnde Mobilitätsangebote, zunehmende Altersarmut oder Migrationshintergrund. Betroffene brauchen daher Unterstützung, um aus ihrer Vereinsamung und aus sozialer Isolation herauszufinden. Einsamkeit zu verhindern, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe." (BMFSJS 2019)
Etwas merkwürdig muten angesichts dieser Aussagen des Bundesseniorenministeriums Forderungen nach einer Isolation der älteren Menschen und gerade der Hochaltrigen an, die hin und wieder zu hören sind. Nachdem die Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci zunächst so verstanden werden konnte, dass auch sie die älteren Menschen isolieren will, hat sie mit einem gemeinsamen Aufruf mit der Vorsitzenden des Landesseniorenbeirats Eveline Lämmer und der Vorsitzenden der Landesseniorenvertretung Johanna Hambach versucht, die Sache gerade zu rücken.

Die Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg unterstützt den gemeinsamen Aufruf der Gesundheitssenatorin, der Landesseniorenvertretung und des Landesseniorenbeirats vor allem in dem wohl gesetzten Dreiklang:
Liebe Seniorinnen und Senioren, erstens bleiben Sie wie alle anderen möglichst zu Hause und lassen Sie sich bei Besorgungen helfen, zweitens bleiben Sie unbedingt in Bewegung, drinnen oder draußen und drittens nutzen sie alle Kanäle für soziale Kontakte. Versuchen Sie es mutig z.B. auch mit bisher nicht genutzten elektronischen Geräten. Es wird bereichernd sein.

 
Lange überfällig - handhabbare digitale Techologien

Noch einmal auf den Punkt gebracht:





Lange überfällig. Die BAGSO diskutiert den 8. Altersbericht und unterstreicht sehr alte Forderungen nach freiem WLAN und angemessener Software und Geräten © Präsentation Heidrun Mollenkopf, BAGSO

Heidrun Mollenkopf, kooptiertes Vorstandsmitglied in der BAGSO, hat es bei der Diskussion des 8. Altersbericht auf den Punkt gebracht: Nein, ältere Menschen sind keineswegs technikfeindlich. Aber sie wägen ab, und Technik die alltagstauglich und nutzbar ist, wird schneller aufgegriffen. Das ist allerdings bei vielen digitalen Angeboten nicht der Fall und wird aus dem politischen Raum zu wenig gefordert und gefördert.

In einigen wenigen Fällen wird der Versuch gemacht, es anders zu machen. So ist das Start-up Nepos dabei, "Die erste universelle Bedienoberfläche der Welt" zu schaffen. Was im ersten Moment sehr großspurig klingt, wird beim näheren Betrachten der verschiedenen digitalen Geräte und Software-Programme schnell verständlich. Jedes Gerät hat andere Bedienroutinen, jedes Programm weicht an der einen oder anderen Stelle vom Bekannten ab. Solche unnötigen Einstiegshürden, fremdsprachige Barrieren und komplexe Bedienprozeduren machen digitale Geräte für ältere Menschen schnell zum Ärgernis. Ausgangspunkt war die Frage, warum der junge Programmierer seiner Großtante nicht so ohne weiteres helfen kann. Daraus wurde die Idee für ein Start-up.

Bundesallee

Generationenübergreifend - Großneffe mit Großtante. Der Gründer von Nepos (lat. für Enkel) Paul Lunow bei der Einführung in die universell anwendbare Bedienoberfläche mit Luise Lunow © Darius Ramazani

Warum ist es ein Start-up wert, hier im Newsletter erwähnt zu werden? Eine einheitliche Bedienoberfläche zu entwickeln, wäre tatsächlich sehr spannend, weil viele Einstiegshürden für ältere Menschen beseitigt würden. Eine solche Entwicklung ist aber ohne Einbeziehung der Nutzerinnen und Nutzer nicht möglich. Joachim Pohlmann, einer der Seniorenvertreter in Tempelhof-Schöneberg, gehört zu den 300 Senior*innen, die von Nepos für die Entwicklung gewonnen wurden. 

In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen treffen sich Kleingruppen unterschiedlichen Alters und Geschlechts. Sie beraten, welche Nutzungen wie einbezogen werden können (z.B. Online-Banking und wenn ja wie, wie wird die Datensicherheit gewährleistet und verdeutlicht).

Wer mehr über Nepos erfahren will klickt hier → Wir sind Nepos


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Die Sitzungen der Seniorenvertretung
In der Regel treffen wir uns am 4. Donnerstag eines jeden Monats. Bis auf weiteres sind die öffentlichen Sitzungen der Seniorenvertretung ausgesetzt.

Sprechstunden der Seniorenvertretung
Die Sprechstunden der Seniorenvertretung sind bis auf weiteres ausgesetzt.
Wer Fragen hat oder Beratung braucht, meldet sich bitte per eMail seniorenvertretung@ba-ts.berlin.de oder meldet sich beim Anrufbeantworter der Seniorenvertretung 030 90 277 - 68 48. Wir versuchen, zeitnah Rücksprache zu nehmen.


Newsletter der Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg
Wir freuen uns über eine Bekanntmachung oder Weiterleitung des Newsletters. Wer den Newsletter bestellen will, kann das → hier tun. Es öffnet sich ein Formular, in das die eMail-Adresse eintragen wird. Danach muss nur noch ein Bestätigungslink aktiviert werden.
Frühere Newsletter finden sich → hier.
Sie wollen unseren Newsletter verbessern oder Sie haben Anregungen? Schreiben Sie uns: sv-ts@gmx.de



Ausgewählte Veranstaltungshinweise
Die diesjährige Berliner Seniorenwoche wird vom 25. September 2020 bis zum 2. Oktober 2020 unter dem Titel "Digitalisierung im Alter – Chancen und Herausforderungen" stattfinden.

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Zum Abschluss:


Überall in Berlin ... wie hier in Mariendorf: Kleine Korkfiguren auf Straßenschildern © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg


Street-Yogis hat Josef Foos das erste Mal 2009 auf Berliner Straßenschilder gesetzt. Und er hat damit den Auftakt für einige andere Streetartisten gemacht, die ebenfalls Korkfiguren auf Straßenschilder setzen. Sie lassen sich mittlerweile überall in Berlin entdecken. Einzige Bedingung ist, die Augen aufhalten.
Die Figuren von Josef Foos heißen Street-Yogis, sie sind meist bunt und haben in der ursprünglichen Variante Yoga-Stellungen gezeigt. Die hier fotografierte Figur ist ein Alte Wilde Korkmännchen; sie sind naturbelassen und haben ein buntes Fähnchen in der Hand. Für die damit Vertrauten haben die verschiedenen Streetartist*innen jeweils eine eigene Handschrift der Figuren. Allen gemeinsam ist, dass sie mit den Figuren kleine Alltagsfreuden bereiten wollen.

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.

 

Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg
Tempelhofer Damm 165
12099 Berlin
Deutschland

Anrufbeantworter: 030 90 277 - 68 48
sv-ts@gmx.de
www.seniorenvertretung-tempelhof-schoeneberg.de