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Newsletter der Seniorenvertretung
Tempelhof-Schöneberg 10/2020

Was für ein Sommer!


Die Mieten laufen den Renten davon / Regina Müller: "… und jetzt die Deutsche Wohnen" / Silbernetz: Darf ich verbinden? / 300 Masken für die Seniorenfreizeitstätten / Sommerolympiade und Hofkonzerte / Tätigkeitsbericht 2019 / Sitzung, aber keine Sprechstunden der Seniorenvertretung / Zum Abschluss

Die Mieten laufen den Renten davon

Wohnraum für Ältere immer häufiger unbezahlbar


Das Fazit für das Institut der Deutschen Wirtschaftsforschung im Wochenreport 27 /2019: Wohnraum für Ältere immer häufiger unbezahlbar © DIW


Ein Vergleich vom Internetportal immowelt.de von 2009 zu 2019 bringt die Entwicklung der Neuvermietungen für Berlin anschaulich auf den Punkt:
Wer in Hamburg umzog, zahlte 40% mehr. In München waren es 62%. In Berlin musste für eine neue Wohnung innerhalb von 10 Jahren 104% mehr Miete bezahlt werden (Süddeutsche Zeitung, 13. Juni 2020). Umziehen als Rentner*in wird damit unmöglich, selbst wenn die neue Wohnung kleiner sein soll. Soll sie auch noch altersgerecht ausgestattet sein, wird es vollends unbezahlbar.
1996 mussten 38% der Mieterhaushalte mit über 65 Jahren über 30% ihres Haushaltseinkommens für Miete und Nebenkosten ausgeben. 2016 waren es bundesweit aber schon 63% der Haushalte der Älteren.
Hohe Mietkosten schränken den finanziellen Spielraum ein und damit - wie das DIW feststellt - auch die sozialen Kontakte, denn die hängen auch vom verfügbaren Geld ab. Das Wirtschaftsinstitut fordert Gegenmaßnahmen. Erstens Wohneigentumsförderung - im überhitzten Immobilienmarkt in Berlin ist das eher ein untaugliches Mittel. Zweitens ausreichende Alterseinkommen; ersatzweise unkompliziertes Wohngeld und Mietpreisbegrenzung. Drittens sozialer Wohnungsbau: "Die Ausweitung des Angebots sollte dabei den besonderen Bedarf von älteren MieterInnen (kleine, barrierefreie Wohnungen) berücksichtigen."

Regina Müller: "… und jetzt die Deutsche Wohnen"

Seit 1953 dieselbe Wohnung


Regina Müller im John-F.-Kennedy-Saal im Rathaus Schöneberg © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg

43 Deutsche Mark hat die Miete für die Wohnung damals gekostet als die Eltern von Regina Müller 1953 nach Tempelhof zogen. Die Verbindung des Vaters zur Feuersozietät hatte das ermöglicht. Lange Jahre gehörte die Wohnung zum Bestand von gemeinnützigen Wohnungsbauträgern, die z.B. älteren Bewohner*innen in den unteren Etagen Signalanlagen einrichteten. Wer Hilfe brauchte, konnte in der Wohnung ein Signal im Hausflur einschalten. Im Zuge der Verscherbelung des Berliner Tafelsilbers an profitorientierte Holdings landeten die 600 Wohnungen in Tempelhof schließlich bei der Deutsche Wohnen.
Die teilte den Bewohner*innen im Frühjahr 2019 mit einem 32-seitigen Schreiben mit, dass sie für fünf Wochen ihre Wohnungen verlassen müssten, damit die Wohnungen hergerichtet und modernisiert werden. Bei vielen - so auch bei Regina Müller - sind aus den fünf Wochen mit Beginn im Oktober 2019 neun Wochen in einer sogenannten Umsetzwohnung geworden. Jetzt - acht Monate danach - müssen die Handwerker immer noch nachbessern. Bei vielem, von dem die Deutsche Wohnen behauptet es sei Modernisierung, handelt es sich um Instandsetzung der in den 30iger Jahren gebauten Häuser. Zum Beispiel angemessene Steigleitungen und elektrische Leitungen in den Wohnungen.
Viele Bewohner*innen - oft Altmieter*nnen - sind durch das Vorgehen der Deutsche Wohnen überfordert und wissen kaum ein noch aus. Klar, dass Regina Müller, die seit 2017 Seniorenvertreterin im Bezirk ist, sich mit anderen zu einer Mieterinitiative zusammengeschlossen hat. Gemeinsam versuchen sich die Bewohner*innen unzulässigen Ansinnen der Deutsche Wohnen entgegenzustellen. Demnächst stehen einige Gerichtsverfahren an. Ein kleiner Hoffnungsschimmer - durch den Mietendeckel in Berlin wird die angestrebte Höhe der Mieterhöhungen wohl statt 1,90 pro qm nur 1 Euro betragen.
Regina Müller ist die Vertreterin der Seniorenvertretung im Ausschuss für Stadtentwicklung und führt regelmäßig im Rathaus Tempelhof Sprechstunden für die Seniorenvertretung durch (die allerdings im Moment wegen Corona noch ausgesetzt sind).

Die Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg hat im April 2019 eine Stellungnahme verabschiedet, in der alle Initiativen unterstützt werden, "die dazu führen, dass der Spekulation Grenzen gesetzt werden und dass die soziale Bindung von Wohneigentum wieder gestärkt wird". → Bezahlbarer Wohnraum



Silbernetz: Darf ich verbinden?

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300 Masken für die Seniorenfreizeitstätten

Geflüchtete wollen "den Menschen etwas zurückgeben"


Taner Kaya und Dembo Manneh aus der Gemeinschaftsunterkunft Großbererenstraße übergaben die Masken an Peter Witt, Eleni Werth und Helmut König © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg


In der Gemeinschaftsunterkunft Großbeerenstraße wohnen Geflüchtete in der Regel solange, bis sie eine eigene Wohnung gefunden haben. Die Geflüchteten organisieren ihren Tagesablauf weitgehend selbstständig und können sich selbst versorgen. In der Coronazeit wollten Taner Kaya aus der Türkei und Dembo Manneh aus Gambia nicht untätig sein und den Menschen etwas zurückgeben, die sie aufgenommen haben. Vor allem denen, die in der Pandemie auf Schutz angewiesen sind. So entstand die Idee, Masken für die Seniorenfreizeitstätten zu nähen. 300 Masken übergaben die beiden Geflüchteten im Juni an die Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg, die die Verteilung an die Freizeitstätten des Bezirks übernimmt.

Karin Böttcher (links) bei der Übergabe der Masken für die Seniorenfreizeitstätte in der Friedenauer Stierstraße. Peter Beyer - langjähriger Ehrenamtler - und die neue  Leiterin Özlem Topuz übernehmen.


 
Sommer-Olympiade und Hofkonzerte

Seniorenfreizeitstätten in der Zeit von Corona auf neuen Wegen


Senioren-Sommer-Olympiade 2020 beim Rathaus Tempelhof © Seniorenarbeit

In den Seniorenfreizeitstätten wird das Programm der Seniorenarbeit mit Umsicht hochgefahren. Die Beschränkungen der Corona-Zeit erfordern neue Wege und neue Veranstaltungsformen. Eine davon ist die Senioren-Sommer-Olympiade 2020, die in einigen Seniorenfreizeitstätten mit Rasenfläche und hinterm Rathaus Tempelhof stattfindet. Es ist ein Parcours mit 8 Stationen zu bewältigen: Boules, Krocket, Wikkinger-Schach, Disc-Golf, Ringewerfen, Säckchen in das Loch, Mölkky. Ohne besondere Hygieneregeln und Anmeldung geht in der Corona-Zeit gar nichts. Aber wer dabei ist, hat viel zu Lachen, denn Spaß ist garantiert. Am 14., 17. und 31. August sind noch Plätze frei! Anmelden bei Jana Weinholtz unter der Telefonnummer: 90277-6506.


Hofkonzert von Gabis Miniband für die Bewohner*innen des Rudolf-Wissell-Haus. "Mit Abstand ... das beste", wie jetzt so zu sagen gepflegt wird © Seniorenarbeit


Im Rudolf-Wissell-Haus und im Huzur fanden Hofkonzerte für die Bewohner statt. Mit Abstand ... das beste! Es spielten im HUZUR "Claudi Blue Sky" und im Rudolf-Wissell-Haus "Gabis-Miniband". Viele Bewohner kamen herunter. Einige genossen das Konzert auch von ihren Balkonen, Fluren und Fenstern. Mit Abstand, natürlich! Die Stimmung war großartig. Noch Stunden nach dem Konzert waren die Bewohner*innen in den Hausfluren unterwegs und mit Abstand beisammen. Sie plauderten bis in den späten Abend. Ein Erlebnis, das die Vereinsamung der Coronazeit für ein paar Stunden vergessen ließ.


Die Seniorenarbeit hat die beliebten Dampferfahrten in veränderter Form wiederaufgenommen. Für viele eine Möglichkeit raus und unter Menschen zu kommen: Einfach mal wieder reden.
Weil die Räume im Rathaus Tempelhof zur Zeit nicht für Besuchsverkehr frei zugänglich sind, gehen die Mitarbeiter*innen in die Seniorenfreizeitstätten. Sprechstunde für Senior*innen von 09:30 - 11:30 Uhr. Jeden 1. + 3. Donnerstag im Monat in der Friedenauer Stierstraße und (fast) jeden 2. + 4. Donnerstag im Monat in Mariendorf im Rudolf-Wissell-Haus.
Alle Angebote der Seniorenarbeit des Bezirks - Stand 22.7. - sind → hier zusammengestellt.

Tätigkeitsbericht 2019

Die Seniorenvertretung berichtet über ihre Arbeit im letzten Jahr


Cover des Tätigkeitsberichtes der Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg

Die Seniorenvertretungen sind gehalten, "der zuständigen Verwaltung über ihre Tätigkeit jährlich in geeigneter Form" zu berichten. So schreibt es der § 3a des Berliner Seniorenmitwirkungsgesetzes vor. Die Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg realisiert dies seit einigen Jahren in Form eines öffentlichen Tätigkeitsberichtes. Die Zusammenstellung hat sich - wie so vieles andere - durch die Corona-Epedemie verzögert. Der Tätigkeitsbericht wurde in der Juli-Sitzung der Seniorenvertretung verabschiedet und ist demnächst in gedruckter Form verfügbar (Tätigkeitsbericht 2019.pdf). Frühere Tätigkeitsberichte können auf der → Homepage der Seniorenvertretung abgerufen werden.


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Die Sitzungen der Seniorenvertretung
In der Regel treffen wir uns am 4. Donnerstag eines jeden Monats. Bis auf weiteres finden die Sitzungen der Seniorenvertretung nicht öffentlich statt.

Sprechstunden der Seniorenvertretung
Die Sprechstunden der Seniorenvertretung sind bis auf weiteres ausgesetzt.
Wer Fragen hat oder Beratung braucht, meldet sich bitte per eMail seniorenvertretung@ba-ts.berlin.de oder auf dem Anrufbeantworter der Seniorenvertretung 030 90 277 - 68 48. Wir versuchen, zeitnah Rücksprache zu nehmen.

Newsletter der Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg
Wer den Newsletter bestellen will, kann das → hier tun. Es öffnet sich ein Formular, in das die eMail-Adresse eintragen wird. Danach muss nur noch ein Bestätigungslink aktiviert werden.
Frühere Newsletter finden sich → hier.
Schreiben Sie uns: sv-ts@gmx.de


Ausgewählte Veranstaltungshinweise
Noch ist völlig unklar, welche Veranstaltungen in der nächsten Zeit unter welchen Bedingungen stattfinden. Wir hoffen, diese Spalte demnächst füllen zu können.

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Zum Abschluss:


Tempelhof-Schöneberg ist vielleicht nicht der coolste Bezirk, aber "Cool? Können wir auch!", scheint das Motto des Video zu sein, das im letzten Jahr gedreht wurde. "4 Zwei 6 Zwei - Tempel Yard & Beauty Hill". 42 und 62 stehen für die Postleitzahlen-Zusätze der beiden Alt-Bezirke von Berlin.


Die Abflughalle im Flughafen Tempelhof musste schon dabei sein, aber auch der Tempelhofer Hafen, Nollendorfplatz und das Urban Nation, Potse und Sozialpalast, Platz der Luftbrücke und Kleistpark. Natürlich auch die Rathäuser in Schöneberg und Tempelhof. Im Videoclip mit schnellen Schnitten und feinem Rap geht es im Sauseschritt durch den Bezirk.
Wer dem Rap bisher nichts abgewinnen konnte, hat hier vielleicht einen ganz neuen Zugang. Rap ist ein rhythmischer, markanter und meist schneller Sprechgesang - das Verb "to rap" steht im Englischen übrigens für plaudern oder schwatzen. Unterhaltung vom Feinsten - einfach aufs Bild klicken.

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.

 

Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg
Tempelhofer Damm 165
12099 Berlin
Deutschland

Anrufbeantworter: 030 90 277 - 68 48
sv-ts@gmx.de
www.seniorenvertretung-tempelhof-schoeneberg.de