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Newsletter der Seniorenvertretung
Tempelhof-Schöneberg 13/2020

Hitzeaktionsplan und Fahrpreiserhöhungen


Hitzeaktionsplan für Tempelhof-Schöneberg / Joachim Pohlmann / Fahrpreiserhöhungen für Senior*innen / Die Notfalldose auf dem Tag der Patientensicherheit / Die Seniorenvertretung unterwegs im Bezirk / Sitzung, aber keine Sprechstunden der Seniorenvertretung / Zum Abschluss

Hitzeaktionsplan für Tempelhof-Schöneberg

Empfehlungen der Bund/Länder-Arbeitsgruppe umsetzen


In anderen Städten sind die Zeichen der Zeit früher erkannt worden. Die Stadt Köln rechnet in Zukunft häufiger mit Hitzeperioden über 25 und 30°C und in der Spitze mit Temperaturen um 40°C und hat deswegen einen Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter aufgestellt © Stadt Köln


Der Sommer ist erkennbar vorbei. Der bunte Herbst ist da. In diesem Jahr war es, wie immer in den letzten Jahren, sehr warm. Richtig heiß war es zum Glück nicht. Allerdings ist es wissenschaftlich belegt, dass mit immer mehr Hitzeperioden im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung der Erde zu rechnen ist. Und regelmäßig, wenn es längere und ununterbrochene Hitzeperioden gibt, lässt sich statistisch eine sogenannte Übersterblichkeit nachweisen. Für Berlin hat das Statistische Amt die Anzahl der Hitzetoten berechnet: "Im Jahr 2019 waren in Berlin 139 Sterbefälle auf Hitze zurückzuführen. Seit 1985 starben rund 3000 Berlinerinnen und Berlin aufgrund heißer Sommer." Vornehmlich sind es die älteren Menschen, die mit der Hitze nicht zurecht kommen.
Schon vor einigen Jahren hat das Umweltbundesamt federführend in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe Empfehlungen erarbeitet, wie die Städte und Gemeinden regional angepasste Aktionspläne entwickeln können. Ziel ist es dabei, hitzebedingte und UV-strahlungsbedingte Erkrankungen und Todesfälle durch Prävention zu vermeiden.
Das Land Berlin und der Bezirk Tempelhof-Schöneberg zeichnen sich bisher durch Nichtstun aus. Die Seniorenvertretung fordert in einem Antrag an die BVV, dass die Empfehlungen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe umgesetzt werden.


Anzahl der Hitzetoten in Berlin 1985 -2019. Hitzebedingte Übersterblichkeit nach Berechnungen vom Amt für Statistik. © Amt für Statistik Berlin Brandenburg. 100 Jahre Groß-Berlin, S. 36 (→ pdf-Broschüre)


Joachim Pohlmann

Viel herumgekommen, in Mariendorf zu Hause


Joachim Pohlmann - im Leben in fast allen Kontinenten herumgekommen, bei der Seniorenvertretung seit 2014 dabei © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg


Joachim Pohlmann ist in der Mitte der letzten Amtsperiode zur Seniorenvertretung gestoßen. Wenn die Mitgliederzahl unter die kritische Grenze von 13 Mitgliedern rutscht, werden auf Vorschlag der Seniorenvertretung neue Mitglieder durch das Bezirksamt kooptiert. Joachim Pohlmann hat sich mit Elan in die Arbeit gestürzt, die Seniorenvertretung u.a. im Ausschuss für Stadtentwicklung vertreten. Vor allem aber hat er für den Bezirk einen Toilettenwegweiser entworfen, der noch heute seine Dienste tut. Das Bezirksamt sah sich damals nicht im Stande, eine Liste der öffentlichen Toiletten zu erstellen und zu veröffentlichten. Deshalb hat die Seniorenvertretung dieses in Eigenregie erledigt. Seniorenvertretungen anderer Bezirke haben die Idee übernommen und für sich umgesetzt.

Der →Toilettenwegweiser listet die öffentlichen Toiletten im Bezirk nach den Ortsteilen geordnet auf. Öffentlich zugängliche Toiletten sind unabdingbar für die Teilhabe der Senior*innen an der Gesellschaft und ihr Fehlen ist eine der gängigen Planungssünden der Stadtentwicklung, weshalb die Toiletten eine wichtige Thematik aller Seniorenvertretungen sind.

In der jetzigen Amtsperiode der Seniorenvertretung kümmert sich Joachim Pohlmann vor allem um die Öffentlichkeitsarbeit und ist als Schriftführer Mitglied des Vorstands der Seniorenvertretung. Er besucht regelmäßig die Sitzungen des Ausschuss Bürgerdienste und Ordnungsamt und bringt dort die Interessen der älteren Menschen ein.
In seiner beruflichen Tätigkeit als Geologe ist er in fast allen Erdteilen herumgekommen und war auch mit der Interpretation von Satellitenaufnahmen beschäftigt. Mit den dabei erstellten Fotos ist eine interessante Ausstellung und einige Diavorträge entstanden. Die Ausstellung wurde im Rathaus Tempelhof gezeigt und die Vorträge sind in verschiedenen Seniorenfreizeitstätten gehalten worden.

Vor dem Corona-Lockdown hat Joachim Pohlmann den Vortrag "Auf den Spuren des Darb-el-Arbain. Erlebnisse aus der libyschen Wüste" gehalten. Die Piste der 40 Tage - so der deutsche Name - verbindet auf einem 1800 km langen, alten Handelsweg die ägyptische Stadt Asyut mit der Stadt Kobe im südlichen Sudan.



Fahrpreiserhöhungen für Senior*innen

Ein Schritt in die falsche Richtung


Von den Abonnements der BVG und des VBB wird nur das Senior*innen-Jahresticket 65+ erhöht. Welche verquere Logik steckt dahinter? Die Alten werden mehr und die sollen abgezockt werden? Wer macht die Preise und warum? Warum macht der Senat mit, obwohl er eigentlich die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs erhöhen will?


Stellungnahme der Seniorenvertretung vom 22. Oktober:

Der Aufsichtsrat des Verkehrsverbundes Berlin Brandenburg (VBB) hat Ende September eine Erhöhung der Fahrpreise für das nächste Jahr um durchschnittlich 1,9 % angekündigt. Vor allem Einzelfahrscheine und Tagestickets sind von der Erhöhung betroffen. Das einzige Abo, das erhöht wird, ist das Senioren-Jahresticket 65+.

In den letzten Jahren war oft davon die Rede, die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs zu erhöhen. Die einen wollten mit einem 365 Euro-Jahresticket auftrumpfen, andere fanden einen Nulltarif ganz toll, und noch mal andere wollten eine 5 Euro-Zwangsabgabe für Touristen, um die Takte zu verdichten.

Was von dem Ziel einer höheren Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs übrig bleibt, ist die Erhöhung des Abonnements für das Senioren-Jahresticket um 12 Euro auf 624 Euro! Die Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg fordert den Senat von Berlin auf, diesen Schritt in die falsche Richtung in den Aufsichtsratsgremien des VBB noch einmal zu thematisieren und zu korrigieren.

Teilhabe am öffentlichen Leben ist für ältere Menschen von der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs abhängig. Es ist ein fatales Signal, wenn sich für sie das Abo-Ticket verteuert. Und wenn erreicht werden soll, dass mehr ältere Menschen vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen, dann ist nicht eine Erhöhung der Fahrpreise für Senior*innen angesagt, sondern deren Absenkung.


Die BVG macht anerkanntermaßen gute Werbung. Im Mai hat sie sich die Verschwörungstheoretiker vorgenommen. Da haben wir noch gelacht. Als die Erhöhungen bekannt geworden sind, haben wir gedacht: Naja, ... neue Zielgruppen ja ... aber die alten Zielgruppen, die Rentner*innen, die sind uns nun nichts mehr wert? Das Lachen ist uns im Hals stecken geblieben!

Die Stellungnahme der Seniorenvertretung als →pdf


Die Notfalldose auf dem Tag der Patientensicherheit

Lebensretter im Kühlschrank


Janina Kutzner von der Planungs- und Koordinierungsstelle Gesundheit und Bezirksstadtrat Oliver Schworck werben auf dem Tag der Patientensicherheit am 17. September für den Einsatz der Notfalldose. © Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg

Auch wenn der Anfang beschwerlich war und es zunächst nur wenig Unterstützung für die Initiative aus den Reihen der Seniorenvertretung gab: Die Idee, wichtige Gesundheitsdaten in ein Info-Blatt einzutragen und im Kühlschrank zu deponieren, hat sich mehr und mehr durchgesetzt. Zuletzt hatte auch die Bezirksverordnetenversammlung beschlossen, dass die Notfalldose besonders beworben und unterstützt wird (Drucksache 1610/XX).
Tatkräftig haben sich auf dem Tag der Patientensicherheit Janina Kutzner und Oliver Schworck im breiten Bündnis mit Geriatrisch-Gerontopsychiatrischem Verbund, dem Evangelischen Kirchenkreis Tempelhof-Schönberg und dem Geistlichen Zentrum für Menschen mit Demenz und deren Angehörige für die Notfalldose eingesetzt.
Worum es bei der Notfalldose geht, ist hier noch einmal in einem →Artikel aus dem Ratgeber für Senioren von 2019 zusammengefasst; siehe auch ein Artikel in der Berliner Woche vom 7. Oktober:



Die Seniorenvertretung unterwegs im Bezirk


Tag der Patientensicherheit am 17. September vor dem Rathaus Tempelfhof gemeinsam am Stand der Seniorenarbeit. Andreas Müller und Chritiane Ströhl von der Seniorenarbeit. In der Mitte Angelika Klatt von der Seniorenvertretung.


Marianne Rosenthal und Wolfgang Pohl mit einem Stand  der Seniorenvertretung auf dem Geschenk- und Tauschmarkt am 19. Oktober in der Steinmetzstraße


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Die Sitzungen der Seniorenvertretung
In der Regel treffen wir uns am 4. Donnerstag eines jeden Monats. Bis auf weiteres finden die Sitzungen der Seniorenvertretung nicht öffentlich statt.

Sprechstunden der Seniorenvertretung
Die Sprechstunden der Seniorenvertretung sind bis auf weiteres ausgesetzt.
Wer Fragen hat oder Beratung braucht, meldet sich bitte per eMail seniorenvertretung@ba-ts.berlin.de oder auf dem Anrufbeantworter der Seniorenvertretung 030 90 277 - 68 48. Wir versuchen, zeitnah Rücksprache zu nehmen.

Newsletter der Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg
Wer den Newsletter bestellen will, kann das → hier tun. Es öffnet sich ein Formular, in das die eMail-Adresse eintragen wird. Danach muss nur noch ein Bestätigungslink aktiviert werden.
Frühere Newsletter finden sich → hier.
Schreiben Sie uns: sv-ts@gmx.de


Ausgewählte Veranstaltungshinweise
Zur Zeit können wir keine gesicherten Hinweise auf Veranstaltungen geben und verweisen auf die Seniorenfreizeitstätten und die Einrichtungen der sozialen Träger.

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Zum Abschluss:


Spektakuläre Flugübungen in Marienfelde, die ein wenig untergegangen sind. Das temporäre Projekt Paste up History – Marienfelde goes Street Art zum 800-jährigen Jubiläum von Marienfelde. Marienfelder Allee Ecke Hildburghauser Straße © Andreas Meier | startblog-f

Zum 800-jährigen Jubiläum von Marienfelde haben sich die dort seit 2005 lebenden Künstler*innen Maria Vill und David Mannstein das Projekt Paste up History - Marienfelde goes Street Art einfallen lassen. Wie in ähnlichen Projekten in Frankreich, Spanien und der Schweiz knüpfen ihre Paste ups an historisches Geschehen an oder werfen aktuelle Gedanken auf. Hier geht es um klimaschädliche Fortbewegung und imaginierte Alternativen.
Andreas Meier - ein passionierter Läufer - hat in seinem startblog-f einen Lauf von Kunstwerk zu Kunstwerk mit Freund*innen und David Mannstein dokumentiert, in dem die Paste ups abgebildet sind und der Künstler Hinweise zur Interpretation gegeben hat. Weitere Informationen - u.a. die Standorte der Paste ups - sind auf der Internetseite des Bezirks zu finden.
Vermutlich wegen der Pandemie haben die spektakulären, für nur wenige Wochen gestalteten Paste ups nicht ganz die Aufmerksamkeit bekommen, die sie eigentlich verdient haben. Wir empfehlen einen Spaziergang, solange sie noch da sind.

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.

 

Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg
Tempelhofer Damm 165
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Deutschland

Anrufbeantworter: 030 90 277 - 68 48
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