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Newsletter der Seniorenvertretung
Tempelhof-Schöneberg 14/2020

Kein WC, aber Bezirksregionenprofile


Am Wochenende kein WC / Vera Grandke / In Friedenau, Mariendorf und Marienfelde ... mitreden / Geht nicht (mehr) - geht doch / Gerontopsychiatrischer Geriatrischer Verbund / Sitzung und Sprechstunde der Seniorenvertretung / Die Seniorenarbeit informiert / Zum Abschluss

Am Wochenende kein WC

Das Rathaus wird dicht gemacht


Im Rathaus Schöneberg wird in Corona-Zeiten das WC am Wochenende dicht gemacht. Vor allem für ältere Menschen bedeutet das eine erhebliche Einschränkung ihres Mobilitätsradius © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg

Da heißt es immer, dass auf die sogenannten schützenswerten Gruppen, vor allem die Älteren Rücksicht genommen werden soll. Doch vor lauter Schutz passiert es dann, dass die Mobilität der älteren Menschen radikal beschnitten wird. Während des jetzigen Teil-Lockdowns wird das Rathaus Schöneberg dicht gemacht und die Toiletten können nicht benutzt werden. Der Rudolph-Wilde-Park wird so quasi zum "No go area", weil nämlich auch die gebührenpflichtige Toilette beim Deutschlandfunk ausgetauscht wird. Die umliegenden Cafés sind ja auch geschlossen.
Klein steht unter dem Schild: "Mit freundlichen Grüßen. Ihre SE Facility Management". Wer auch immer sich dahinter verbirgt: Die Schließung öffentlicher Toiletten in Pandemie-Zeiten ist kein freundlicher Akt und schon gar nicht weit gedacht. Gerade die, die jetzt geschützt werden sollen, brauchen den Gang nach draußen und dafür braucht es den Gang auf die Toilette.


Vera Grandke

Mobile Sprechstunden und mobil im Kiez


Über 50 Jahre im Bezirk zu Hause. Zuerst in Schöneberg beim Kleistpark, danach in Neu-Tempelhof © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg


Vera Grandke ist seit der letzten Wahl Anfang 2017 Mitglied der Seniorenvertretung. Interessenvertretung musste sie nicht neu lernen, denn als langjährige Personalrätin bringt sie viele Erfahrungen ein. Im beruflichen Leben als Sozialarbeiterin gehörten die Schwächeren und Herausgedrängten schon immer zu ihrer Klientel.
In der Arbeit der Seniorenvertretung ist ihr die Idee der 'mobilen Sprechstunden' wichtig, die sie zusammen mit Karin Böttcher entwickelt hat. Seniorenvertreter*innen warten nicht darauf, dass die Menschen zu uns kommen, sondern suchen die Kooperation mit Frühstückcafés und Nachmittagstreffen für Senior*innen von sozialen und kirchlichen Trägereinrichtungen. Beim geselligen Zusammensein werden die Schwerpunkte der Arbeit der Seniorenvertretung vorgestellt, Broschüren angeboten und wo möglich auch Beratung gegeben. Sie hofft, dass die mobilen Sprechstunden bald wieder aufgenommen werden können, nachdem sie in Pandemiezeiten stark eingeschränkt wurden.

Spaziergänge im Park sind für viele ältere Menschen nur möglich, wenn klar ist, wo die nächste öffentliche Toilette ist. Das war der Kern der Idee für die Flyer Bewegtes Leben im Kiez, die gemeinsam von der Seniorenvertretung und dem Bezirksamt entwickelt werden. Nach dem Flyer für den Lehnepark und den Alten Park in Tempelhof, wird nun ein nächster Flyer für Nord-Schöneberg und den Park am Gleisdreieck konzipiert.

Zusammen mit Karin Böttcher hat sie auch die Idee für die Flyer Bewegtes Leben im Kiez vorangebracht und mit ihr vertritt sie die Seniorenvertretung auch im Gerontopsychiatrischen Geriatrischen Verbund (GGV), einem Netzwerk für die Belange der älteren Menschen im Bezirk (Der Verbund hat sich gerade neu organisiert - siehe unten). Im GGV werden unter anderem Informationsveranstaltungen gemeinsam vorbereitet wie etwa "Plötzlich krank" im Huzur Anfang März dieses Jahres. Ganz plötzlich musste aktuell auf die Erfordernisse der Corona-Pandemie eingegangen werden (siehe unseren Bericht im Newsletter 05/20).



In Friedenau, Mariendorf und Marienfelde: Mitreden!

Bezirksregionenprofile ... was ist das denn?


Dass hier die Grenzen von Friedenau eingezeichnet sind, erkennt die Friedenauerin nicht auf den ersten Blick. Denn abgebildet ist die Bezirksregion Friedenau, zu der auch die Gebiete rund um die Ceciliengärten, den Dürer Platz und den Grazer Platz inclusive der Kleingartenkolonien und dem Insulaner gehören. - Als Planungsgröße macht die Bezirksregion Friedenau allerdings mehr Sinn als Friedenau in den historischen Grenzen bis zur Fregestraße.


In einigen Lebensmittelmärkten und Geschäften lag vor kurzem in Mariendorf und Marienfelde ein Postkartenflyer aus wie der oben abgebildete aus Friedenau. Es wurde um Mithilfe bei der Entwicklung des jeweiligen Stadtteils gebeten. Der Bezirk unterteilt sein Gebiet in sogenannte Bezirksregionenprofile, um den Unterschieden in der Stadtstruktur und der Bevölkerung gerecht zu werden. Mit dem statistischen Material wird das Bezirksregionenprofil I erstellt. Das sind so etwa 60 Seiten Material, in dem man zum Beispiel erfährt, dass in der Bezirksregion Friedenau die über 60-Jährigen zwischen 2015 und 2030 nicht unerheblich um 27,3 % zunehmen werden. In Mariendorf sind es im gleichen Zeitraum "nur" 13,4 %, weil dort die Bevölkerung in den letzten Jahren schon älter war.

Statistik kann aber nur unzureichend die Träume, Wünsche und die Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit der Bewohner*innen abbilden. Das ist der Zweck der Befragungen, die zurzeit stattfinden. Zusätzlich werden soziale Einrichtungen, Bürgerinitiativen und auch die Seniorenvertretung gebeten ihre Kompetenz einzubringen - in den Bezirksregionen Mariendorf und Friedenau konnten wir das kompetent machen.

Wer mitreden will und wer einen Vorschlag zur Veränderung hat, kann in den drei Bezirksregionen noch bis Ende November mit einer Email an bezirksregionen@raumscript.de - einfach die Bezirksregion nennen und schreiben, was beachtet werden soll. Das externe Planungsbüro Raumscript fasst die Vorschläge zusammen und die gehen dann in das sogenannte Bezirksregionenprofil II ein. Das sind alles wenig sagende verwaltungstechnische Begriffe. Aber es geht um Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung, für die wir werben möchten.
Wer sich online beteiligen will, kann das auf dem Berliner Beteiligungsportal www.mein.berlin.de bis zum  22. November machen, wenn er für FriedenauMariendorf oder Marienfelde die entsprechende Seite aufruft und sich registrieren lässt. Das Spannende an www.mein.berlin.de ist, dass zu sehen ist, was andere schon vorgeschlagen haben und man das unterstützen oder kommentieren kann.



Geht nicht (mehr) - geht doch

Gehwegüberfahrten fußgängergerecht gestalten


Geht nicht (mehr). Gehwegüberfahrten können sehr unterschiedlich gestaltet werden. Lange war es üblich, das berüchtigte Berliner Kleinpflaster dafür zu nutzen. Autogerecht war das schon - fußgängergerecht nicht. © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg

Gehwegüberfahrten - das sind z.B. die Zufahrten zu Grundstücken und Parkplätzen - sollten für die Fahrzeuge befahrbar sein, ohne dass der Gehweg beschädigt wird. Und sie sollten für Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit mit dem Blindenstock ertastbar sein, damit sie sich auf Gefahrenmomente einstellen können. Obwohl auf den Gehwegen Fahrzeuge "nur Gast" sind, sind die Überfahrten oft anders angelegt worden. Den Gehweg versperrende Poller und unebenes Rüttelpflaster geben das Signal, dass Fußgänger*innen den Gehweg schnell zu verlassen haben, um den Fahrzeugen Platz zu machen.
Die Seniorenvertretung wollte mit einem Antrag an die Bezirksverordnetenversammlung zumindest erreichen, dass neu angelegte Gehwegüberfahrten besser geplant werden. Der Antrag (Drucksache - 1781/XX) hatte den Titel Gehwegüberfahrten Fußgänger-gerecht gestalten. Das Bezirksamt hat in der Sitzung des Ausschusses Straße, Verkehr, Grün und Umwelt vom 26. Oktober widersprochen. Leider müsse der Bezirk so bauen, das schreibe die berlinweit gültige Ausführungsverordnung AV Geh- und Radwege vor.
Wir sind dem Hinweis nachgegangen und dabei hat sich herausgestellt, dass die AV Geh- und Radwege schon im März 2020 geändert worden ist. Die gültige Fassung lautet: "Pflaster in Gehwegüberfahrten soll erschütterungsarm mit Rollstühlen oder Rollatoren berollbar sein. Sollen Pflastersteine aus Naturstein verwendet werden, sind gesägte und/oder gestockte Pflastersteine zu verwenden."
Die Seniorenvertretung hat das Bezirksamt auf das Rundschreiben zur Veränderung der Verordnung hingewiesen; nun muss das Bezirksamt die AV nur noch anwenden.


Geht doch. Erschütterungsarm mit Rollstühlen oder Rollatoren berollbar lässt sich eine Gehwegüberfahrt auch gestalten. Bei einer Neueinrichtung ist das nun vorgeschrieben © Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg



Gerontopsychiatrischer Geriatrischer Verbund

Netzwerk für die Belange älterer Menschen


Geschafft! Der GGV-TS ist gegründet. Erst musste noch einmal alles rechtlich abgestimmt werden, dann kam Corona dazwischen, aber Ende September war es endlich soweit © Gerontopsychiatrischer Geriatrischer Verbund

Ein zeitlich passender Blick in die Geschichtsbücher zeigt: am 09. November 2020 wäre der Gerontopsychiatrische Verbund Tempelhof und der Verbund Schöneberg 20 Jahre alt geworden. Mit schon damals jeweils ca. über 30 Verbundpartner*innen, hat sich in den letzten 20 Jahren ein großes Netzwerk von über 80 Partnern im Bezirk gebildet und diese haben mit ihrer gemeinsamen Arbeit die Belange älterer Menschen im Bezirk in Arbeitsgruppen, Informationsveranstaltungen und Fortbildungen verbessert.
Aus diesem damaligen Zusammenschluss hat sich am 30.09.2020 ein gemeinsamer Verein gegründet. Ziel des gemeinnützigen Vereins ist es, weiterhin für Information, Beratung und Versorgung älterer Menschen in Tempelhof und Schöneberg einzustehen sowie die Angebote zu verbessern und Versorgungslücken zu schließen.
Corona bedingt konnten leider nur 20 der fast 80 Mitglieder der vorher bestehenden Geriatrisch Gerontopsychiatrischen Verbünde des Bezirks an der Gründungssitzung des neuen Vereins teilnehmen. Die Gründungsmitglieder bildeten jedoch die Vielfältigkeit der Anbieter im Bezirk gut ab.
Neben der Altenhilfeplanung und Gesundheits- und Sozialplanung des Bezirks waren auch der Pflegestützpunkt des VdK, die Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg, die Alkohol- und Medikamentenberatungsstelle, der Mobilitätshilfedienst der Johanniter, das Vivantes Wenckebach Klinikum, das Nachbarschaftsheim Schöneberg, der evangelische Kirchenkreis, die Kontaktstelle PflegeEngagement, die Schwulenberatung, das geistliche Zentrum für Menschen mit Demenz, ein Hospiz, stationäre und ambulante Pflegeanbieter sowie ein Wohnprojekt für ältere Menschen dabei.
Zur 1. Vorsitzenden wurde Ariane Rausch vom landesseitigen Pflegestützpunkt gewählt; Maren Grabe (Pinel Hauspflege) zur 2. Vorsitzenden und Uta Kay (Johanniter Mobilitätshilfedienst) zur Schriftführerin. Der Vorstand wird ergänzt durch beide Mitarbeiterinnen des Bezirksamtes sowie Vertreterinnen des Vivantes Wenckebach Klinikums, des Nachbarschaftsheims Schöneberg und eines stationären Pflegeanbieters.
Der neue Verein (im Internet noch getrennt →Tempelhof und →Schöneberg) freut sich nun auf viele alte und neue Mitglieder und Förderer und die Anfragen älterer Menschen oder deren An- und Zugehörigen unter der Telefonnummer 030 755 07 03 oder unter der Mail: info@ggv-ts.de. (Text: Krause-Köhler/GGV-TS)



Silbernetz hilft gegen Vereinsamung. Es trifft nicht alle, aber Einsamkeit im Alter wird ein immer größeres Thema. Kostenfreie Telefonnummer: 0800 4 70 80 90



Die Seniorenarbeit informiert

Seniorenfreizeitstätten für Kurse und Gruppen wieder geschlossen


Aktuelle Informationen finden sich auf der bezirklichen → Internetseite der Seniorenarbeit

Das Weihnachtskonzert der Seniorenarbeit in der Apostel-Paulus-Kirche kann leider nicht stattfinden (Absage durch die Kirchengemeinde). Auch der Weihnachtsball im Hotel Estrel wird nicht stattfinden. Ob es im Dezember möglich sein wird, in den Seniorenfreizeitstätten kleinere Weihnachtsfeiern anzubieten, die der dann geltenden Infektionsschutzverordnung angepasst werden müssten, bleibt abzuwarten.
Die Seniorenmesse kann im Februar nicht stattfinden - unklar ist, ob sie zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden kann. Der Seniorenratgeber soll im Februar/März erscheinen.
Seit dem 01.11.2020 finden keine Freizeitgruppen der Seniorenarbeit mehr statt. Die Seniorenfreizeitstätten sind seit dem 02.11.2020 für Kurse und Gruppenangebote geschlossen. Einzelberatungen werden – nach telefonischer Anmeldung - jedoch weiterhin angeboten:
Club am Mühlenberg, Rudolf-Wissell-Haus: Jeweils Montag + Dienstag von 10:00 bis 12:00 und 13:00 bis 17:00 Uhr Mireille Mathieu, Sorgenfrei: Jeweils Mittwoch und Freitag von 10:00 bis 12:00 und 13:00 bis 17:00 Uhr Nachbarschaftstreffpunkt Huzur: Montag-Freitag 10:00 bis 16:00 Uhr

→ Seite der Seniorenarbeit; Telefon: 90277-3258


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Die Sitzungen der Seniorenvertretung
In der Regel treffen wir uns am 4. Donnerstag eines jeden Monats. Bis auf weiteres finden die Sitzungen der Seniorenvertretung nicht öffentlich statt.

Sprechstunden der Seniorenvertretung
NEU! An jedem 3. Dienstag im Monat im Nachbarschafts- und Familienzentrum Kurmark von 11 -13 Uhr (17. November und 15. Dezember) → Flyer
Die übrigen Sprechstunden der Seniorenvertretung sind bis auf weiteres ausgesetzt
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eMail seniorenvertretung@ba-ts.berlin.de
Anrufbeantworter der Seniorenvertretung 030 90 277 - 68 48.

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Schreiben Sie uns: sv-ts@gmx.de


Ausgewählte Veranstaltungshinweise
Zurzeit können wir keine gesicherten Hinweise auf Veranstaltungen geben.

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Zum Abschluss:


Die Plastik Trilogie von Miguel Esteban Cano an der Kreuzung Alt-Mariendorf / Britzer Straße © Susanne Kähler, 2004, CC-BY-4.0

Im öffentlichen Raum finden sich unvermittelt immer wieder einmal Kunstwerke, die erst beachtet werden, wenn sich ihnen zu Fuß genähert wird. Flanieren in Berlin ist eine Internetseite von Klaus Gaffron, der zusammen mit Peter Neuhold schon über 700 Spaziergänge in Berlin dokumentiert hat. Im August sind sie in Mariendorf unterwegs gewesen. Dabei ist der Bericht Nr. 707 Das Goldene Horn liegt in Mariendorf entstanden. U.a. sind die Flaneure an der Trilogie von Miguel Esteban Cano vorbeigekommen. Der Bildhauer sieht in der Plastik eine Analogie zur Situation Mutter, Vater und Kind. Auf ihrer Tour in Mariendorf haben die Flaneure noch weitere Skulpturen und Plastiken entdeckt.
Auf der Internetseite sind die Spaziergänge auch für die verschiedenen Berliner Bezirke abrufbar. So lässt sich gut ein wenig stöbern und im eigenen Kiez Neues entdecken.


Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.

 

Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg
Tempelhofer Damm 165
12099 Berlin
Deutschland

Anrufbeantworter: 030 90 277 - 68 48
sv-ts@gmx.de
www.seniorenvertretung-tempelhof-schoeneberg.de