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Newsletter der Seniorenvertretung
Tempelhof-Schöneberg 15/2020

Mit Abstand alles Gute


Alles Gute für das nächste Jahr / Dieter Schmidt / Kekse - kurz umgeleitet / Sportentwicklungsplan für Tempelhof-Schöneberg / Verkehrswende für alle / Video der Seniorenvertretung / Sitzung und Sprechstunde der Seniorenvertretung / Zum Abschluss

18. Dezember

Alles Gute für das nächste Jahr

Noch ein paar Monate Durchhalten


Mit Abstand alles Gute zum neuen Jahr wünschen ihre Seniorenvertreter*innen v.l.n.r. Dietmar Milnik, Karoline Dimroth, Peter Witt, Helmut König, Vera Grandke, Regina Müller, Dieter Schmidt, Marianne Rosenthal, Eleni Werth, Wolfgang Pohl und Karin Böttcher. Nicht auf dem Foto: Angelika Klatt, Heidi Kloor, Anita Kümmel, Joachim Pohlmann, Wolfgang Schmidt • Foto: Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg, CC BY-SA 4.0

Ein bemerkenswertes Jahr, das die gewohnte Arbeitsweise der Seniorenvertretung stark verändert hat, liegt hinter uns. Kaum Sprechstunden, weniger Informationsstände, veränderte Kommunikation. Wir sind froh, im Oktober des letzten Jahres den Versuch mit dem damals neuen Newsletter gestartet zu haben. Neues aus der Seniorenvertretung und drumherum hat über diesen Weg in Zeiten der Kontaktbeschränkung wenigstens die Chance, ältere Menschen zu erreichen.
Und noch werden wir ein paar Monate mit AHA+ leben müssen. Nur noch mal zur Erinnerung, AHA+ bedeutet: Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen und ausreichend lüften - man kann es nicht oft genug sagen. Alles zusammen verhilft dazu, dem Virus die Chance zur Verbreitung zu entziehen. In den Wintermonaten werden wir uns noch einmal zusammenreißen müssen, ehe die Witterung und dann vielleicht auch das Impfen ein etwas normalisiertes Leben zulassen.
Der Ausblick für das neue Jahr ist deshalb auch zunächst einmal nur verhalten positiv. Zusammen mit Ihnen hoffen wir aber sehr, dass wir uns im zweiten Halbjahr gegenseitig wieder mehr Nähe erlauben dürfen. Jede und jeder und die Gesellschaft haben das nötig. Bis dahin: Mit Abstand alles Gute für das neue Jahr!

Und, ach ja: empfehlen Sie den Newsletter ruhig weiter; wir können noch einige Leser*innen mehr gebrauchen.


Dieter Schmidt

Mobil im Alter, auch unten auf der Startbahn


Dieter Schmidt - außerordentlich verlässlicher Protokollführer der Seniorenvertretung  • Foto: Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg, CC BY-SA 4.0


Dieter Schmidt ist geborener Berliner und Diplomingenieur, den es beruflich und familiär etliche Jahre nach Niedersachsen verschlagen hatte. 2004, längst im Ruhestand, ist er nach Berlin zurückgekehrt. Vor allem der öffentliche Nahverkehr liegt ihm am Herzen; seit 2007 ist er Mitglied im Kundenbeirat der Berliner S-Bahn. Von dort ergab sich der Kontakt zum Landesseniorenbeirat, in dem neben den bezirklichen Seniorenvertretungen Sprecher*innen von Institutionen vertreten sind, die sich um Belange der älteren Menschen kümmern. 2012 ist Dieter Schmidt in die Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg gewählt worden und ist nun in seiner zweiten Wahlperiode.
Die Füße sind das zentrale Fortbewegungsmittel der älteren Menschen; daneben ist allemal in Berlin in zweiter Linie der öffentliche Nahverkehr gefordert. Deshalb ist die verkehrspolitische Kompetenz von Dieter Schmidt immer wieder gefordert und er bringt sie auch in den Verkehrspolitischen Informationsverein (→VIV e.V.) als Mitglied ein und ist zudem sehr an den Themen und der Öffentlichkeitsarbeit des IGEB e.V. interessiert.


Den Fahrgastverband IGEB - Interessengemeinschaft Eisenbahn, Nahverkehr und Fahrgastbelange Berlin e. V. - gibt es seit 1980. Er ist die älteste Interessenvertretung für Fahrgäste in Deutschland. Sechsmal jährlich erscheint die auch freiverkäuflich erhältliche Mitgliederzeitschrift Signal als "verkehrspolitische Zeitschrift für Berlin und Deutschland".

Neben dem öffentlichen Nahverkehr ist ihm das Tempelhofer Feld sehr wichtig. Er wird nicht müde, den unschätzbaren Wert dieser Freifläche für das Berliner Klima zu betonen, die mit dem Volksentscheid von 2014 gesichert wurde. Und damit meint er keineswegs nur das Klima im engeren Sinn, sondern auch deren sozialpolitische Komponenten. Berlin wurde schon früh berühmt für seine Plätze; einer der neuen Plätze Berlins im 21. Jahrhundert ist die Tempelhofer Freiheit.


"Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein", heißt es bei Reinhard May. Die Tempelhofer, Neuköllner, Schöneberger und anderen Berliner*innen brauchen das Gefühl von "Wind Nordost - Startbahn Null Drei" gar nicht mehr so sehr, seit sie die Startbahn des Tempelhofer Feldes einfach begehen können, wenn sie wollen. Foto: Robert Aehnelt CC BY-SA 3.0


Kekse - kurz umgeleitet

Lockdown verhindert Sitzung - Kekse finden neue Abnehmer


Karin Böttcher hatte für die geplante letzte Sitzung der Seniorenvertretung im Dezember Kekse gebacken und für alle Mitglieder sorgsam verpackt • Foto: Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg, CC BY-SA 4.0


Für den 17. Dezember war eine letzte Sitzung der Seniorenvertretung in diesem Jahr geplant. Um ihr auch einen kleinen festlichen Rahmen zu geben, hatte Karin Böttcher für alle Seniorenvertreter*innen Kekse gebacken und sie festlich verpackt. Vorher hatten alle einen kleinen Obolus für die Zutaten entrichtet. Wegen des harten Lockdowns wurde kurzfristig beschlossen, die Sitzung nicht in der geplanten Form durchzuführen.
Wohin mit den Keksen? Karin Böttcher erinnerte sich an die letzte Sitzung des Geriatrisch-Gerontopsychiatrischen Verbundes in Schöneberg-Nord. Dort hatte der Gemeindevorsitzende der Lutherkirchengemeinde Ulrich Kratzsch von einer Backaktion für die älteren Mitglieder der Gemeinde berichtet. Die Gemeinde hat 207 Mitglieder, die 60 Jahre und älter sind, an die Gebäck im Rahmen einer Nachbarschaftsaktion verteilt werden. Die Kekse der Seniorenvertretung sind eine willkommene Ergänzung und so wurde eine Übergabe vereinbart




Die Kekstüten werden an Ulrich Kratzsch von der Ev. Luther-Kirchengemeinde übergeben (von der Seniorenvertretung links Karin Boettcher, rechts Peter Witt) • Foto: Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg, CC BY-SA 4.0


Ulrich Kratzsch hat sich große Verdienste beim Aufbau des Geistlichen Zentrum für Demenz im Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg erworben. Ziel dieser Arbeit ist die spirituelle Alltagsbegleitung von Menschen mit Demenz und Pflegende. Wer mehr über die Arbeit wissen möchte, kann die Internetseite www.glaube-und-demenz.de aufrufen.



Sportentwicklungsplan für Tempelhof-Schöneberg

Weichenstellungen für die nächsten 15 oder 20 Jahre


Sportvereine scheinen vor allem eine Angelegenheit für Kinder und Jugendliche zu sein. Spätestens mit Mitte 20 werden durch die Vereine nur noch etwa 10 Prozent der Menschen erreicht. Im Bezirk sind das noch weniger als berlin- und bundesweit • Grafik: Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg, CC BY-SA 4.0

In Tempelhof-Schöneberg wird zurzeit mit Hilfe des Instituts für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) ein Sportentwicklungsplan erstellt. Dabei wird der Istzustand der Sportanlagen erfasst, die Möglichkeiten für Bewegung betrachtet und Vorschläge zusammengestellt, wie sich das Handlungsfeld in den nächsten Jahren entwickeln soll.
Sportentwicklungsplan und Seniorenvertretung? Das ist doch vor allem ein Thema für die Sportvereine. Könnte man denken. Allerdings ist es genau genommen so, dass die Sportvereine vor allem Kinder und Jugendliche erreichen. Das ist gut so und muss unbedingt gefördert werden. Allerdings sinkt der Organisationsgrad der Menschen im Bezirk spätestens ab Mitte 20 auf nur noch 10 Prozent ab.
Erfreulicherweise hat das Interesse der älteren Menschen an Sport und Bewegung seit den 90er Jahren beständig zugenommen. Das wurde auch durch die Sportstudie Berlin 2017 bestätigt, einer Untersuchung, an der sich 13.800 Berliner*innen beteiligt haben. In der Altersgruppe der über 65-Jährigen ist die Aktivenquote immer noch bei 73 %, wenn ein erweiterter Sportbegriff zugrunde gelegt wird. Der umfasst mehr als Vereinssport und ist vor allem Bewegung und bewegungsaktive Erholung. Und die findet auf der Straße, im Volkspark, am Kanalufer und auf allen möglichen Plätzen statt. Bei den Alten erhält die Reha und die Prävention (z.B. Sturzprävention) noch einmal besondere Bedeutung.
Sport und Bewegung hat sich vor allem neben und unabhängig von den Sportvereinen entwickelt und es gibt keine Hinweise darauf, dass sich das ändern könnte. Vielmehr haben die Vereine deutlich mit Nachwuchsproblemen bei den Mitgliedern und den Ehrenamtlichen zu tun.
In einer Stellungnahme der Seniorenvertretung zu dem Entwurf der Handlungs- und Maßnahmeempfehlungen des INSPO haben wir Zweifel an einer starken Fokussierung auf die Vereine und den Vereinssport geäußert und gefordert, den Artikel 32 der Verfassung von Berlin in der Zielstellung der Sportentwicklungsplanung zu beachten: "Sport ist ein förderungs- und schützenswerter Teil des Lebens. Die Teilnahme am Sport ist den Angehörigen aller Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen."
Gerade weil die demografische Entwicklung zu einem höheren Anteil älterer Menschen führt, muss die anerkennende Bedeutung von Sport und Bewegung für Ältere als Akzentsetzung im Sportentwicklungsplan erkennbar sein.


Die gesundheitsförderlichen Effekte von Bewegung wirken vielfältig. Wirkungen gibt es beim Herz- und Kreislaufsystem, bei der Sturzprävention und Schmerzlinderung, beim Mobilitätserhalt und vielem anderen mehr. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 150 Minuten jeweils altersgerecht angepasste Bewegung pro Woche. Zusätzlich zweimal Krafttraining © Fonds Gesundes Österreich



Verkehrswende für alle

Frauen, Kinder und ältere Menschen werden benachteiligt


In der automobilen Gesellschaft gibt es keine Flächengerechtigkeit. Sozial treffen die Kosten vor allem Menschen mit niedrigen Einkünften, sowohl direkt wie bei den Preissteigerungen sowie indirekt etwa bei Luftschadstoffen und Lärm © Umweltbundesamt 2020, Verkehrswende für alle

Die Fahrpreiserhöhungen der BVG und des VBB zum Jahreswechsel haben die soziale Unwucht im Verkehr wieder einmal offensichtlich gemacht. Erhöhungen für Abonnementskunden gibt es ausschließlich beim Seniorenticket.
Das Umweltbundesamt hat in einer Broschüre Verkehrswende für alle noch einmal nachgerechnet. Seit 2000 bis 2018 sind die Preise für den öffentlichen Nahverkehr um 79 % gestiegen, die für den Kauf und Unterhalt eines Kraftfahrzeugs aber nur um 36 %. Die soziale Unwucht zeigt sich aber nicht nur in den Fahrpreisen, sondern auch darin, wer welches Kraftfahrzeug fährt und wer die Folgen zu tragen hat. Verkehr ist, um es kurz zu sagen, sozial ungerecht.
Die derzeitige Gerechtigkeitslücke im Verkehr ist groß und hat viele Facetten: Menschen mit niedrigen Einkommen sind tendenziell stärker von verkehrsbedingten Luftschadstoffen und Lärm betroffen als sozial besser Gestellte. Frauen, Kinder oder ältere Menschen, für die Fußverkehr eine wichtige Rolle spielt, sind in unseren vom Auto dominierten Städten benachteiligt.
Die Umweltkosten des Autoverkehrs sind weit höher als beim öffentlichen Verkehr und sie werden meist nicht von den Verursachenden getragen, sondern auf die Gesellschaft abgewälzt.
Eine andere Studie zu den Baustellen der Mobilitätswende zeigt aber auch, dass die Senior*innen nicht nur die Betroffenen der Autoverkehrs sind, sondern einige auch zu einem erheblichen Teil zum Verkehr beitragen. Senior*innen sind im Vergleich zu früher deutlich mobiler und verfügen häufiger über einen eigenen Pkw. Der Anteil der Haushalte mit Menschen ab 65 Jahren, die einen eigenen Pkw nutzen können, ist bundesweit seit 2002 von 63 auf 82 Prozent gestiegen. Immer mehr Menschen, vor allem im Vergleich auch Frauen, verfügen auch im fortgeschrittenen Alter noch über einen Führerschein.
Eine Lösung erfordert offenbar einen erheblichen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und die Erhöhung seiner Attraktivität. Preissteigerungen sind da kontraproduktiv.


Video der Seniorenvertretung

Für ein selbstbestimmtes Leben im Alter



Die Seniorenvertretung hat ein kurzes Video über die Themen gedreht, die wichtig für die Senior*innen und die Arbeit der Seniorenvertretung sind.
In zwei Minuten im Bild dargestellt:

Für ein selbstbestimmtes Leben im Alter
- Beweglich und fit bleiben
- Kostenlose Angebote im Bezirk
- Gut sichtbare, ausreichende Toiletten
- Sichere Mobilität im Alter

Gedreht wurde das Video von Heidi Smolarz und Brigitte Stumm vom Team Mittenmang. Zum Start auf das Video klicken oder →hier. Falls das Video nicht von selbst startet, bitte Start drücken.


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Silbernetz hilft gegen Vereinsamung. Es trifft nicht alle, aber Einsamkeit im Alter wird ein immer größeres Thema. Kostenfreie Telefonnummer: 0800 4 70 80 90


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Die Sitzungen der Seniorenvertretung
In der Regel treffen wir uns am 4. Donnerstag eines jeden Monats. Bis auf weiteres finden die Sitzungen der Seniorenvertretung nicht öffentlich statt.

Sprechstunden der Seniorenvertretung
Die Sprechstunden der Seniorenvertretung sind bis auf weiteres ausgesetzt
.

E-Mail seniorenvertretung@ba-ts.berlin.de
Anrufbeantworter der Seniorenvertretung 030 90 277 - 68 48.

Newsletter der Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg
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Schreiben Sie uns: sv-ts@gmx.de


Ausgewählte Veranstaltungshinweise
Zurzeit können wir keine gesicherten Hinweise auf Veranstaltungen geben.



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Zum Abschluss:


Entspannt lockeres Altwerden - verkniffen können andere: Der "Fenstergucker" aus dem Ensemble des Lebensalter-Brunnen auf dem Wittenbergplatz • Foto: Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg, CC BY-SA 4.0

Die beiden Brunnen auf dem Wittenbergplatz wurden von Waldemar Grzimek gestaltet, nachdem er 1980 einen Wettbewerb gewonnen hatte. Der südliche Brunnen sollte nach seinem Willen ein "Spektakel [sein], über das sich die Leute freuen; ein spielerisches, fröhliches Ereignis, mit dem man sich identifizieren kann". Hier sind eine Reihe von Figuren versammelt, die verschiedene Lebensalter darstellen. Eine von den 'älteren' Figuren ist der locker entspannte "Fenstergucker", der gewöhnlich aus dem Wasservorhang des Brunnens hervorschaut.
Die Fertigstellung des Brunnens 1985 hat Waldemar Grzimek übrigens nicht erlebt. Der 1918 geborene Bildhauer starb 1984 überraschend mit 66 Jahren. Freunde von ihm führten die ausstehenden Arbeiten zum Ende.


Was bedeutet CC BY-SA 4.0? Diese Creative Commons Lizenz besagt, dass das Foto, der Text oder die Grafik zu gleichen Bedingungen bearbeitet, vervielfältigt und weitergegeben werden darf, wenn die Urheberin benannt wird. Genauer CC BY-SA 4.0

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