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Newsletter der Seniorenvertretung
Tempelhof-Schöneberg 06/2021


Neues Aktions-Outfit


Berliner Bäder im Online-Modus / Nachbarschaftsfest Schöneberg / Weniger Junge - mehr Alte / 17% Migrant*innen bei den Ü60 / Die Parknutzer*innen sind gelackmeiert / Parkbündnis fragt nach - Parteien antworten / Sitzung und Sprechstunde der Seniorenvertretung / Zum Abschluss


13. August 2021
Berliner Bäder im Online-Modus

Senior*innen ohne Ticket - soziale Ausgrenzung



Nur wer sich von der Aussage - "Ja. Tickets können ausschließlich online gebucht werden" - nicht abschrecken lässt, kommt zum Barzahler-Ticket. Buchungs- und Bezahlschranke bei den Berliner Bädern - obwohl es auch anders geht • Screenshot Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg

Mit der Corona-Pandemie geht eine vielfältige soziale Ausgrenzung einher, die im ersten Moment gar nicht so recht wahrnehmbar ist. Ein Beispiel, aber nur eines von vielen, ist der Zugang zu den öffentlichen Sommerbädern. Wir hatten schon im letzten Jahr darüber berichtet (pdf des Newsletter 11/2020), dass in die Freibäder nur kam, wer online buchte. Die Schranke war gleich eine doppelte: Zugang bekam nur, wer online buchte und online bezahlte. Erst nach einer Intervention der Seniorenvertretung beim Senat für Inneres und Sport wurde es ermöglicht, den Bäderbesuch auch an der Kasse bar bezahlen zu können.
In diesem Jahr hat sich die Geschichte fortgesetzt. Der Tempelhofer Senior Rainer Knirsch, der schon im letzten Jahr nicht mit der Online-Buchung und auch mit der Online-Bezahlung nicht einverstanden war, wollte nach der Öffnung der Bäder in diesem Jahr auf das Verfahren zurückgreifen, das im letzten Jahr nach der Intervention beim Senator ermöglicht wurden. Das war zunächst nicht möglich - siehe oben. Erst über Umwege stellte sich heraus, dass die Berliner Bäder doch einen Zugang ermöglichen, bei dem weder online gebucht noch online bezahlt werden muss. Über diesen Zugang wird aber nicht öffentlich informiert.
Die Telefonnummer des Kundenzentrums der Berliner Bäder 030 787 32 685 muss angerufen werden. Dort werden Fragen nach einer Email-Adresse gestellt, die man aber man nicht beantworten muss. Erst danach kann man ein Zeitfenster telefonisch buchen, die Barzahlung ankündigen und das Bad besuchen.
Obwohl der gesundheitliche Nutzen der Bewegung im Wasser für alle Bevölkerungsgruppen regelmäßig vom Senator für Inneres und Sport hervorgehoben wird, lässt der Senat es zu, dass die Berliner Bäder den Zugang erst nach der Überwindung von Hindernissen ermöglichen. Im Regelfall führt das dazu, dass die Bäder von den Gruppen, die den meisten Nutzen haben, nicht mehr besucht werden.


In der Broschüre "Gesundheitlicher Nutzen von Sport und Bewegung" nehmen die Schwimmbäder und der Seniorensport einen hervorgehobenen oder doch nur 'hervorgeschobenen' Platz ein. Sind Broschüren nur bedrucktes Papier? • Foto Michaela Eberlin, Senatsverwaltung für Inneres und Sport

Die soziale Ausgrenzung der Menschen findet hinterrücks und mehrfach statt. Die deutsche Sprache muss beherrscht werden, sonst gibt es überhaupt keine Information. Durch Fehlinformationen im Internet darf man sich nicht abschrecken lassen. Die Nutzer*innen müssen einen Online-Zugang haben und sich im Internet auskennen. Sie brauchen einen PC und einen Drucker oder ein Handy, das ihnen den Zugang ermöglicht. Darüber hinaus brauchen sie einen Zugang zur Online-Bezahlung, wobei unterstellt wird, dass sie diesen Zugang trotz vielfach vorhandener Vorbehalte gerade älterer Menschen auch nutzen wollen.
Mit diesen vielfältigen Hürden wird faktisch ein großer Teil der Gesellschaft ausgeschlossen und ein großer Teil dieser Ausgeschlossenen ist ein spezieller Teil: Es sind die Armen und die Alten.
Wir haben im Newsletter wiederholt darauf hingewiesen, dass wir nach der Corona-Pandemie eine Debatte einfordern, wo über das gesprochen wird, was "so nebenbei passiert ist".


Nachbarschaftsfest Schöneberg

Interessierte Nachfragen



Interessierte Nachfragen von Ursula Engelin-Käfer, der Landesvorsitzenden des SoVD, am Stand der Seniorenvertretung. Marianne Rosenthal, Dieter Schmidt, Peter Witt und Wolfgang Pohl im neuen Aktions-Outfit der Seniorenvertretung • Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg, CC BY-SA 4.0

Auf dem Nachbarschaftsfest Schöneberg präsentieren sich jedes Jahr viele Organisationen und Initiativen. Vor allem das ehrenamtliche Engagement steht im Vordergrund. Außerdem ist das Fest eine willkommene Auftrittsfläche für die vielen Ensembles der Leo Kestenberg Musikschule. Für die Seniorenvertretung ist das Fest mittlerweile auch ein fester Termin im Jahreskalender. Nach wie vor sind fehlende öffentliche Toiletten und der Toilettenwegweiser der Seniorenvertretung ein wichtiges Thema am Informationsstand. Aber auch: Welchen Einfluss hat die Seniorenvertretung im Bezirk überhaupt? Wann finden Wahlen statt? Wie kann ich kandidieren? Wichtige Hinweise zu diesen Fragen konnten mit dem Wahl-Flyer der Seniorenvertretung gegeben werden.
Aber auch die geplante Radschnellverbindung durch den Hans-Baluschek-Park war ein immer wieder nachgefragtes Thema.
Die Seniorenvertreter*innen waren nicht nur am Stand der Seniorenvertretung im Einsatz sondern auch am Kaffee-und-Kuchen-Stand der Seniorenfreizeitstätten (SFS), der von SFS Stierstraße betreut wurde. Am Stand von FUSS e.V. und Parkbündnis Schöneberg-Steglitz traten Seniorenvertreter aus Tempelhof-Schöneberg und Steglitz-Zehlendorf gemeinsam auf.




Am Stand der Seniorenfreizeitstätten, der von der Stierstraße betreut wurde, gab es lecker Kuchen. Bei FUSS e.V. und Parkbündnis wurde eifrig der Erholungspark der Zukunft geknetet • Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg, CC BY-SA 4.0


Weniger Junge - mehr Alte

Altersstruktur 1991 - 2020

Die Gesamtbevölkerung und die 20-65 Jahre alten Menschen sind annähernd gleichgeblieben (linke Skala). Die großen Verschiebungen gibt es zwischen den Jungen und den Alten (rechte Skala) Sozialbericht 2021, S. 238, Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Die großen Verschiebungen in der Gesellschaft lassen sich manchmal besser an Hand von langen Zeitreihen darstellen als mit einer Momentaufnahme. Der Sozialbericht 2021 verdeutlicht die Verschiebungen der letzten 30 Jahre in der Altersstruktur mit einer Grafik, in der der gegenläufige Anteil von unter 20-Jährigen und über 65-Jährigen ins Auge fällt. Und der kommende Schub bei den Alten durch die Baby-Boomer in den nächsten Jahren folgt erst noch.
Nach unserem Eindruck sind die damit verbundenen Veränderungen noch nicht bei allen politisch Handelnden angekommen und werden häufig lediglich als Finanzierungsproblematik bei der Rente wahrgenommen. Gesellschaftlich erzeugt diese Veränderung allerdings auch neue Bedürfnisstrukturen etwa in der Mobilität, im Zugang zu öffentlichen Leistungen, im Bereich von Sport und Bewegung oder in der Kultur. Wenn in Folge von abgesenktem Rentenniveau und gebrochenen Lebensläufen von Altersarmut die Rede ist, dann ist es zwar nur ein Teil der älteren Menschen, auf die das zutrifft. Zahlenmäßig sind das mittlerweise nicht mehr wenige, sondern viele und es werden mehr.
Die Veränderungen werden zwar überall in der ganzen Gesellschaft sichtbar, sie schlagen sich aber z.B. finanziell vor allem auf der Ebene der Kommune und der Bezirke nieder und müssen hier vor Ort personell und organisatorisch gelöst werden. Auch das ist vielen Verantwortlichen in Berlin noch nicht klar.


17 % Migrant*innen bei den Ü60

Viele mit türkischer und polnischer Herkunft

Die Anzahl der älteren Migrant*innen war lange Zeit gering, seit einigen Jahren wächst sie. Der Anteil beträgt nun schon 17 % • Die GePGeMi (Gesellschaft für Psychosoziale Gesundheitsförderung bei Migrantengruppen), die sich vor allem um Migrant*innen aus Asien kümmert, hat die Daten für das Jahr 2019 zusammengestellt.

Zur Zeit findet unter den älteren Menschen eine Veränderung statt. Die Arbeitskräfte, die vor Jahren angeworben wurden, waren in der Regel junge Menschen. Allmählich kommen immer mehr von ihnen ins Rentenalter und deshalb wird der Anteil der Senior*innen, die eine Migrationsgeschichte haben, größer.
Schon heute sind es 17 %. Viele kommen aus der Türkei und viele aus Polen. Werden die Migrant*innen zusammengezählt, die aus Süd-, Ost- oder Südostasien stammen, hat selbst diese Gruppe mit einem Prozent einen erstaunlich hohen Anteil an allen Senior*innen.
Damit wachsen die Herausforderungen an die Verwaltung aber z.B. auch an Pflegekräfte, die sich auf eine kulturelle Vielfalt einstellen müssen, die sie bisher nicht gewohnt sind.
Der Zuwachs an Vielfalt ist der Hintergrund dafür, dass versucht werden soll, die unterschiedlichen Herkünfte in der Zusammensetzung der Seniorenvertretung zu repräsentieren. Alle Migrantenorganisationen sind ausdrücklich aufgefordert, dem Beispiel der Menschen asiatischer Herkunft zu folgen. Die haben nämlich eine eigene Broschüre zum Berliner Seniorenmitwirkungsgesetz erstellt:

Die GePGeMi hat eine Broschüre zum Berliner Seniorenmitwirkungsgesetz erstellt und für Migrant*innen mit asiatischen Wurzeln auf chinesisch, indonesisch, japanisch, koreanisch, thailändisch und vietnamesisch übersetzt. Auf der Downloadseite können die Broschüren als pdf heruntergeladen werden.



Die Parknutzer*innen sind gelackmeiert

Teilsperrung im Rudolph-Wilde-Park seit Dezember


Wunden wie von einer Fräse. Eigentlich sollte mit der Jahresendputzaktion im Rudolph-Wilde-Park nur das Laub beseitigt werden. Das ist ja auch gelungen, wie man sehen kann • Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg, CC BY-SA 4.0

Eigentlich war alles nur gut gemeint. Ein Seniorenvertreter, der auch im Ausschuss Straße, Verkehr, Grün und Umwelt die Interessen der Senior*innen vertritt, hatte im letzten Dezember einen Einsatz der BSR mitbekommen, nach dem ein wassergebundener Weg im Rudolph-Wilde-Park in Schöneberg tiefe Wunden aufwies. Von einer Handfegerkolonne konnte der aufgerissene Weg kaum stammen. Allerdings war auch ein Besenwagen der BSR im Einsatz, ein sogenanntes "Räumschiff". Weil dem Seniorenvertreter bewusst war, dass die Instandsetzung des Weges eine Menge Kosten verursacht - Geld, das dem Grünflächenamt nicht zur Verfügung steht -, hatte er den Schaden dokumentiert und dem Bezirksamt gemeldet.
Keine zwei Tage später wurde der Weg wegen Unfallgefahr gesperrt. So weit - so gut. Könnte man meinen.
Nur, dass sich bis heute nichts weiter getan hat. Der Weg ist immer noch gesperrt; auch wenn Parknutzer*innen sich das nach 8 Monaten nicht mehr gefallen lassen und die Absperrung entweder umwerfen oder einfach mal beiseite schieben.
Die Angelegenheit wurde offenbar Juristen übergeben und damit sind die Parknutzer*innen die Gelackmeierten, denn seither tut sich nichts mehr. Die BVG-Juristen halten es für "sehr unwahrscheinlich, dass eine unserer Kehrmaschinen diesen Schaden herbeigeführt hat", berichtet der Tagesspiegel-Newsletter. Wie wahrscheinlich es ist, dass jemand anderes im Park herumgeputzt haben könnte, darüber schweigen sie sich aus.
Wie dem auch sei, für die Parknutzer*innen ist der Stillstand äußerst ärgerlich.


Parkbündnis fragt nach - Parteien antworten

Aktionen am 21. August am Teltowkanal

Welche Zukunft hat der Hans-Baluschek-Park und das Teltowkanalufer? Mit Knete haben die Besucher*innen des Nachbarschaftsfestes Schöneberg ihre Fiktion vom Park festgehalten • Fotos: Parkbündnis Schöneberg-Steglitz

Allgemeiner Blinden- und Sehbehindertenverband ABSV, Bündnis Natur statt Asphalt, Verkehrsausschuss der Grundschule am Insulaner, FUSS e.V. , Grüne Radler Berlin, Naturfreunde Berlin, Seniorenvertretung Steglitz-Zehlendorf und Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg und viele Einzelpersonen haben sich im Parkbündnis Schöneberg-Steglitz zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen die geplante Radschnellverbindung Teltowkanal vorzugehen, die den Erholungsraum am Teltowkanal und am Insulaner sowie im Hans-Baluschek-Park zerstören würde.
Das Parkbündnis hat die Parteien und Politiker der Bezirke Tempelhof-Schöneberg und Steglitz-Zehlendorf gebeten darzulegen, was sie von diesen Planungen halten. Mittlerweile haben wir Stellungnahmen aus beiden Bezirken erhalten, in denen ein deutlicher Widerspruch zu den Planungen von Infravelo (einer Ausgründung des Senates) zum Ausdruck kommt. Lesen Sie selbst auf der Internetseite des Parkbündnis → Parteien.

Das Parkbündnis Schöneberg-Steglitz wird am 21. August am Teltowkanal Aktionen zur geplanten Radschnellverbindung durchführen. Informationen per Email von parks-retten@fuss-ev.deparkbündnis.de


Sitzungen der Seniorenvertretung
In der Regel treffen wir uns am 4. Donnerstag eines jeden Monats. Bis auf weiteres finden die Sitzungen der Seniorenvertretung nicht öffentlich statt.

Sprechstunden der Seniorenvertretung
Die Sprechstunden der Seniorenvertretung sind bis auf weiteres ausgesetzt.
Ausnahme
ist der
dritte Dienstag (nächster Termin: 21. September) von 11 - 13 Uhr im Nachbarschafts- und Familienzentrum Kurmark

E-Mail
seniorenvertretung@ba-ts.berlin.de
Anrufbeantworter der Seniorenvertretung 030 90 277 - 68 48.

Newsletter der Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg
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Ausgewählte Veranstaltungshinweise

Dolce Vita trifft auf Friedenau. Ein deutsch-italienischer Gesundheitstag.
Mit Musik Eiskaffee und Kuchen. Seniorenfreizeitstätte Stierstraße. Freitag, 20. August, 11- 15 Uhr (Anmeldung erbeten)

Lange Tafel am Friedrich-Wilhelm-Platz, Speisen, Getränke und Gespräche rund um den Umbau des Platzes, mit Verwaltung, Politik und Landschaftsplanung und Organisationen.
Freitag, 20. August, 16 - 20 Uhr

Stresslinderung und Gesundheit im Alter - was kann die (Stadt)-Natur dazu beitragen? Claudia Schäfer. Stiftung Naturschutz. Nachbarschafts- und Familienzentrum Kurmark. Dienstag, 24. August, 14 - 15.30 Uhr



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Zum Abschluss:


Bald laufen sie wieder … beim Berlin Marathon. In gewisser Weise hat der Berlin-Marathon eine Tempelhofer Geschichte; denn sie ist unweigerlich mit Horst Milde verbunden, der für Berlin die großen Laufveranstaltungen entwickelt hat. - Wer will, kann übrigens im Wimmelbild einen Seniorenvertreter erkennen • Foto: Herkunft unbekannt


Horst Milde, die Bäckerei war am Tempelhofer Damm, hat schon den ersten Cross-Country-Lauf am Teufelsberg 1964 initiiert und 1974 den Berlin-Marathon "erfunden", der erst viel später zu einem Straßenlauf wurde und nach der Wiedervereinigung mit dem Start und Ziel rund um das Brandenburger Tor Weltruhm erlangt hat. Über 40.000 Läuferinnen und Läufer nahmen zuletzt daran teil. Im letzten Jahr konnte der Berlin-Marathon nicht stattfinden; deswegen ist die Vorfreude in diesem Jahr umso größer.
Ein bisschen kann man zu dieser Geschichte in einer Broschüre des Bezirks nachlesen: Mittendrin in Tempelhof-Schöneberg. Geschichte und Geschichten des Bezirks. Band 2. Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade. Das Kapitel heißt: "Wie Bäcker Horst Milde zum Laufen kam".

Was bedeutet CC BY-SA 4.0? Diese Creative Commons Lizenz besagt, dass das Foto, der Text oder die Grafik zu gleichen Bedingungen bearbeitet, vervielfältigt und weitergegeben werden darf, wenn die Urheberin benannt wird. Genauer CC BY-SA 4.0

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.

 

Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg
Tempelhofer Damm 165
12099 Berlin
Deutschland

Anrufbeantworter: 030 90 277 - 68 48
sv-ts@gmx.de
www.seniorenvertretung-tempelhof-schoeneberg.de